Mit einem durchschnittlichen Urlaubsbudget von 1.690 Euro geben die Belgier in diesem Jahr rund fünf Prozent mehr für ihre Sommerferien aus als 2025. Besonders gefragt sind dabei nicht nur Sonne, Strand und Meer, sondern zunehmend auch besondere Erlebnisse und Aktivitäten vor Ort.
„Die Sommerferien bleiben für die Belgier etwas Heiliges“, sagt UPAV-Generalsekretär Sébastien Crucifix. „Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und internationaler Krisen bleibt die Zahl der Reisenden stabil. Viele Menschen investieren sogar bewusst mehr Geld in unvergessliche Erlebnisse mit Familie und Freunden.“
Spanien bleibt Spitzenreiter
An der Spitze der beliebtesten Reiseziele steht weiterhin Spanien. Dahinter folgen Frankreich und Griechenland. Die Griechen konnten in diesem Jahr besonders profitieren und verdrängten die Türkei vom dritten Platz. Auch Italien gewinnt deutlich an Beliebtheit.
Die zehn beliebtesten Reiseziele der Belgier für den Sommer 2026 sind:
1. Spanien
2. Frankreich
3. Griechenland
4. Türkei
5. Italien
6. Portugal
7. USA
8. Österreich
9. Deutschland
10. Belgien
Vor allem Griechenland (+1,5 Prozent) und Italien (+3,3 Prozent) verzeichnen steigende Buchungszahlen. Beide Länder profitieren laut den Reisebüros davon, dass viele Urlauber heute mehr suchen als nur einen Badeurlaub. „Viele Belgier wünschen sich neben Sonne und Meer auch kulturelle und kulinarische Erlebnisse“, erklärt Crucifix. „Griechenland und Italien bieten dafür ideale Voraussetzungen.“
USA verlieren an Attraktivität
Weniger gefragt sind hingegen die Vereinigten Staaten. Die Zahl der belgischen Urlauber, die diesen Sommer in die USA reisen, liegt laut UPAV um 18 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Auch die Türkei musste zeitweise einen Rückgang der Buchungen hinnehmen. Nach den Spannungen im Nahen Osten und den Befürchtungen über steigende Treibstoffpreise reagierten viele Reisende zunächst zurückhaltend. Inzwischen hat sich die Nachfrage jedoch teilweise erholt. Dennoch bleibt ein Minus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr bestehen.
Urlaub wird zum Erlebnis
Der Anstieg der Reisebudgets hängt nach Einschätzung der Branche eng mit einem veränderten Reiseverhalten zusammen. Immer mehr Urlauber buchen zusätzliche Aktivitäten und Ausflüge. Besonders gefragt sind geführte Exkursionen, Fahrrad- und Kajaktouren, Kochkurse, gastronomische Entdeckungsreisen sowie Kulturveranstaltungen und Konzerte. Selbst Opernbesuche werden häufiger nachgefragt.
Bei klassischen Pauschalreisen liegt das durchschnittliche Budget für europäische Reiseziele mittlerweile bei 1.835 Euro pro Person. Für Fernreisen werden durchschnittlich 3.803 Euro ausgegeben – ein Plus von mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Früh buchen bleibt die Regel
Bemerkenswert ist auch, wie früh die Belgier ihre Ferien planen. Rund 90 Prozent aller Sommerreisen werden bereits mindestens drei Monate vor der Abreise gebucht. Gleichzeitig stellen die Reisebüros fest, dass immer mehr Kunden wieder die Dienste professioneller Reiseberater in Anspruch nehmen. In einer zunehmend unsicheren Welt scheinen viele Urlauber Wert auf persönliche Beratung und zusätzliche Sicherheit bei der Reiseplanung zu legen.
Eines bleibt dabei unverändert: Die Sehnsucht nach einer Auszeit vom Alltag. Ob am Mittelmeer, in den Bergen oder auf Fernreise – für die Belgier bleibt der Sommerurlaub auch 2026 ein fester Bestandteil des Jahres. (calü)

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