Seit Beginn der aktuellen Rechteperiode hält DAZN erstmals exklusiv die Übertragungsrechte für den belgischen Profifußball. Traditionelle Anbieter wie Proximus oder Telenet sind außen vor – und damit hat sich auch der Zugang für viele Fans schlagartig verändert.
Das allein sei kein Problem, betont Beenders in einer Pressemitteilung. Doch es gebe ernsthafte Bedenken hinsichtlich der sogenannten vorvertraglichen Informationspflichten. Diese schreiben vor, dass potenzielle Kunden vor Abschluss eines Abos klar und verständlich über alle wesentlichen Merkmale der Dienstleistung informiert werden müssen.
„Wenn sich erst nach der Zahlung herausstellt, dass man bestimmte Spiele oder Wettbewerbe gar nicht sehen kann, ist das schlichtweg unzumutbar“, so der Minister. Die Beschwerden legen nahe, dass DAZN diese Informationspflicht nicht ausreichend erfüllt habe.
Die Ermittlungen der Wirtschaftsaufsicht konzentrieren sich unter anderem darauf, ob die angebotenen Inhalte vor Vertragsabschluss klar kommuniziert wurden, ob das gesetzlich vorgeschriebene 14-tägige Widerrufsrecht deutlich angegeben ist und ob der letzte Schritt im Online-Bestellprozess ausreichend transparent gestaltet wurde.
Bereits zuvor hatte die belgische Verbraucherschutzorganisation Testachats öffentlich Kritik an DAZN geübt. Sie warnt davor, dass durch die Monopolstellung des Anbieters vor allem die Fans die Leidtragenden sein könnten.
„Unternehmen dürfen selbstverständlich ihre Dienste zu einem frei gewählten Preis anbieten“, stellt Beenders klar. „Aber dabei müssen die Verbraucher ehrlich, umfassend und leicht verständlich informiert werden.“ (belga/calü)

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