[Video] Unbekannter Wolf im Süden der DG – Forstamt will Gewöhnung an Dörfer verhindern

<p>Der gesichtete Wolf gehört laut Forstamt wohl nicht zum bekannten Rudel; dafür ist sein Fell zu hell.</p>
Der gesichtete Wolf gehört laut Forstamt wohl nicht zum bekannten Rudel; dafür ist sein Fell zu hell. | Fotos: privat

Nach erster Einschätzung stammt das Tier vermutlich allerdings nicht aus dem hiesigen Rudel. René Dahmen verweist dabei auf das äußere Erscheinungsbild: Die bekannten Wölfe des sogenannten Rudels Nordeifel seien deutlich dunkler. Der vor etwa einem Monat in Elsenborn gesichtete Wolf habe eher zu diesem Rudel gepasst. „Dieser Wolf hier scheint von anderswo zu kommen und auf Wanderschaft zu sein. Wir verfügen über viele Fotos der Tiere, die hier in der Region leben. Bei dem jetzt gesichteten Wolf handelt es sich offenbar um ein anderes Exemplar.“ Die Herkunft des hellen Wolfs lässt sich derzeit noch nicht bestimmen. Dafür wären DNA-Spuren nötig, etwa Haare an einem Stacheldraht oder Proben an einem gerissenen Tier.

Aufmerksam wurde das Forstamt auch durch ein Video, auf dem der Wolf auf ein Auto zugeht. Dieses Verhalten gelte als ungewöhnlich: „Das hat uns schon sehr erstaunt“, sagt der Forstamtsleiter. „Deshalb haben wir unsere Forstbeamten gebeten, heute und in den nächsten Tagen verstärkt in dem Gebiet unterwegs zu sein. Wahrscheinlich ist der Wolf bereits weitergezogen. Wir möchten aber sicher sein.“

Dass sich Wölfe regelmäßig Ortschaften nähern, gelte es unbedingt zu vermeiden. Bürger sollen deshalb konkrete Beobachtungen in den kommenden Tagen melden, damit sie überprüft und weitergeleitet werden können. „Wir möchten auf keinen Fall, dass sich Wölfe an Dörfer gewöhnen. Falls dies der Fall wird müssen Maßnahmen ergriffen werden“, so René Dahmen.

Die Wallonische Region sei derzeit dabei, ihren Wolfsplan anzupassen. Dabei geht es auch darum, wie auf problematisches Verhalten reagiert werden soll: „Wenn ein Wolf gezielt in ein Dorf geht, muss man sofort reagieren. Europaweit gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten. Am Anfang steht das Verscheuchen. Wenn das alles nichts nützt, müssen die Tiere geschossen werden. Man darf kein Risiko eingehen.“

<p>Ob das tote Kalb in Krewinkel von einem Wolf gerissen wurde, ist noch unklar.</p>
Ob das tote Kalb in Krewinkel von einem Wolf gerissen wurde, ist noch unklar.

Ein Zusammenhang mit einem Rissfall in Krewinkel besteht nach Einschätzung Dahmens nicht. Der Fall sei dem Forstamt bereits in der vergangenen Woche gemeldet worden. Hier wurden Proben entnommen, die Ergebnisse stehen noch aus: „Es kann sein, dass das Kalb zu früh geboren wurde und es sich um eine Totgeburt handelte. In solchen Fällen kommt es vor, dass später andere Tiere an dem Kadaver fressen“, erklärt René Dahmen. Sollte die Untersuchung dennoch einen Wolf als Ursache bestätigen, sei eine Entschädigung für den betroffenen Landwirt vorgesehen.

Das bekannte, dunklere Rudel Nordeifel halte sich in diesem Jahr wieder auf deutscher Seite, in Vogelsang, auf, wo es seine Jungen hat.

Kommentare

  • Muss das GE so ein ekliges Foto auf der Internetseite veröffentlichen? Mit etwas Phantasie kann sich jeder selbst vorstellen, wie ein gerissenes Kalb aussieht.

  • Die Realität ist noch viel "ekliger " .Wenn Weidetierhalter mit dieser Realität gezwungenermaßen umgehen müssen und dieses Leid ertragen MÜSSEN, dann ist dem Leser die Realität auch zumutbar!

  • Warum nicht? Unsere Welt ist eben nicht nur schön und ansehnlich. Das ist Realität.

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