Besucherinnen und Besucher erhalten dabei die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen einer Einrichtung zu werfen, die seit 140 Jahren eng mit der Geschichte und Entwicklung der Region verbunden ist.
1880 entstand die Idee, in St.Vith ein Krankenhauszu gründen.
Die Anfänge der Klinik reichen in eine Zeit zurück, in der die Eifel-Ardennen-Region als gesundheitliches Notstandsgebiet galt. Armut, fehlende hygienische Einrichtungen und wiederkehrende Epidemien wie Cholera und Typhus erschwerten dort das Leben der Bevölkerung. Ärzte waren selten, medizinische Versorgung oft schwer erreichbar. Die Menschen waren daher auf neue Formen der Hilfe und Fürsorge angewiesen.

Vor diesem Hintergrund entstand 1880 die Idee, in St.Vith ein Krankenhaus zu gründen. Dank des Engagements zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, eines eigens gegründeten Hospital-Komitees und insbesondere des Emmelser Rektors Peter Cremer konnten die erforderlichen Mittel gesammelt werden. Mit der Ankunft von drei Augustinerinnen aus Köln im Oktober 1882 begann die organisierte Krankenpflege in St.Vith. 1886 wurde das St. Josef-Hospital offiziell eingeweiht.
Schon bald entwickelte sich die Einrichtung weit über ihre ursprüngliche Funktion hinaus. Neben der Pflege kranker Menschen übernahmen die Ordensschwestern die Betreuung von Waisenkindern, führten einen Kindergarten, gründeten eine Haushaltungsschule und schufen damit ein umfassendes soziales Angebot für die Region. Das Krankenhaus, das Waisenhaus, Bildungsangebote und später Schulkolonien für Erholung suchende Kinder aus dem Inland machten das Gelände zu einem wichtigen gesellschaftlichen Mittelpunkt.
Die Geschichte der Klinik wurde jedoch auch von schweren Prüfungen geprägt. Während des Ersten Weltkriegs diente das Haus als Lazarett. Noch dramatischer waren die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs. Bei den Bombardierungen der Weihnachtszeit 1944 wurde ein Großteil der Anlage zerstört. Allein im Krankenhaus kamen mehr als 300 Menschen ums Leben.

Trotz dieser Verluste begann unmittelbar nach Kriegsende der Wiederaufbau. Mit großer Entschlossenheit schufen die Ordensschwestern und ihre Unterstützer neue Perspektiven für die Gesundheitsversorgung der Region. Bereits 1946 konnte ein Behelfskrankenhaus eingerichtet werden, bevor Anfang der 1950er Jahre der Neubau entstand. Daraus entwickelte sich Schritt für Schritt die moderne Klinik St. Josef von heute.
Die Geschichte der Klinik ist damit zugleich die Geschichte der Region selbst – geprägt von Solidarität, Zusammenhalt und dem Willen, Menschen in schwierigen Zeiten beizustehen.

Heute ist die Klinik St. Josef ein unverzichtbarer Pfeiler der Gesundheitsversorgung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft und darüber hinaus. Als regionales Akutkrankenhaus versorgt sie die Bevölkerung der fünf südlichen Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft sowie der angrenzenden französischsprachigen Gemeinden. Darüber hinaus vertrauen auch zahlreiche Patientinnen und Patienten aus Deutschland und Luxemburg auf die medizinischen Leistungen der Klinik.
Was 1886 mit 50 Betten und einigen Ordensschwestern begann, hat sich zu einer modernen Gesundheitseinrichtung mit 696 Mitarbeitenden, darunter 119 Ärztinnen und Ärzte, und 156 Betten entwickelt.
Allein im Jahr 2025 verzeichnete die Klinik 4.728 stationäre Aufnahmen, 10.224 Patientenkontakte in den Tageskliniken sowie 69.120 Sprechstunden. In den Operationssälen wurden 3.964 Eingriffe durchgeführt. Die Notaufnahme versorgte 12.700 Patientinnen und Patienten, während der Notarztdienst zu 626 Einsätzen ausrückte.
Darüber hinaus wurden 345 Kinder geboren, 51.294 radiologische Untersuchungen durchgeführt und 62.847 Laboranalysen ausgewertet. Einen wertvollen Beitrag zur Betreuung der Patientinnen und Patienten leisten zudem die zahlreichen Ehrenamtlichen, die 2025 insgesamt 5.407 Einsatzstunden erbrachten. Die Klinik verbindet dabei Menschlichkeit und Nähe mit moderner Medizin. In enger Zusammenarbeit mit ihren Partnern im Gesundheitsnetzwerk Move gewährleistet sie eine qualitativ hochwertige wohnortnahe Versorgung und ermöglicht gleichzeitig den Zugang zu hochspezialisierten Behandlungen.
Ein Blick hinter
die Kulissen des Krankenhausalltags
Im Rahmen des Jubiläums erwartet die Besucherinnen und Besucher am 27. September ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Bei Rundgängen erhalten Interessierte Einblicke in Bereiche der Klinik, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind.
Workshops, Vorführungen und Informationsstände bieten den Besuchern die Möglichkeit, verschiedene Fachbereiche und Berufe im Krankenhaus kennenzulernen. Eine eigens gestaltete Ausstellung zeichnet zudem die bewegte 140-jährige Geschichte der Klinik nach.
Für die jüngsten Gäste sorgen zahlreiche Kinderanimationen und familienfreundliche Aktivitäten für Unterhaltung und Spaß. „Der Tag der offenen Tür bietet die Gelegenheit, die Klinik einmal ganz anders zu erleben und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Gleichzeitig können die Gäste die Teams kennenlernen und entdecken, wie viele unterschiedliche Bereiche zu einer modernen Klinik gehören. Gemeinsam haben wir ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt und freuen uns darauf, den Besuchern die Klinik näher zu bringen“, erklärt das Organisationsteam. (red/arco)

Kommentare
Hallo ich Gratuliere der Klinik zu dieser Erfolg Geschichte möchte abermals eine bemängeln das unsere Mutter Sprache leider nicht genug von allen Mitarbeitern gesprochen wird und diese für uns Deutsch sprechen Böger und Bögerin sehr schierg ist!
Sehr geehrter Herr Renard
Ich glaube, Sie sollten Ihren Kommentar mal von einem Deutschsprachigen gegenlesen lassen. MfG
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2 Comments
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