„Mit Uns“ will in Raeren zurück in die Mehrheit

<p>Dieses Bild veröffentliche die Liste „Mit Uns“ im Zuge des Pressetermins am Donnerstag. Es zeigt Sympathisanten und mögliche Kandidaten für die Kommunalwahlen im Oktober. Das Geheimnis, wer antritt, soll spätestens Anfang August gelüftet werden.</p>
Dieses Bild veröffentliche die Liste „Mit Uns“ im Zuge des Pressetermins am Donnerstag. Es zeigt Sympathisanten und mögliche Kandidaten für die Kommunalwahlen im Oktober. Das Geheimnis, wer antritt, soll spätestens Anfang August gelüftet werden. | Foto: privat

Keine Überraschung: „Mit Uns“ tritt mit Erwin Güsting als Spitzenkandidat an. Er will wieder Bürgermeister werden. Das Amt hatte er im März 2021 verloren, da Ecolo die Koalition mit „Mit Uns“ aufkündigte und mit der CSL ins Boot gestiegen war. Bei dem Pressetermin am Donnerstag waren bereits eine Reihe von Kandidaten dabei: Alle Vertreter der Fraktion im Gemeinde- oder im ÖSHZ-Rat wollen bei den anstehenden Kommunalwahlen am 13. Oktober wieder antreten, allein August Boffenrath wird sich nach 32 Jahren im Gemeinderat zurückziehen. An seine Stelle tritt Marianne Schubert-Pohen, die auf Platz vier antritt.

Spätestens Anfang August möchte „Mit Uns“ die komplette Liste vorstellen. Es passiere zu wenig, und es würden die falschen Prioritäten gesetzt – diese Vorwürfe an die Adresse der aktuellen CSP-Ecolo-Mehrheit waren immer wieder vonseiten der „Mit-Uns“-Vertreter zu hören. Mit dem Machtwechsel sei viel Zeit vergeudet worden.

„Das administrative Tagesgeschäft konnte dank einer gut arbeitenden Verwaltung problemlos fortgeführt werden. Allerdings gerieten angelaufene und geplante Projekte ins Stocken oder wurden auf Eis gelegt. Es dauerte anderthalb bis zwei Jahre, bis wichtige Vorhaben beispielsweise im Bereich Straßenunterhalt oder Bauprojekte wieder in Angriff genommen wurden”, sagt Erwin Güsting dem GrenzEcho beim Rückblick auf die laufende Legislatur. „Diese Verzögerungen haben und kosten der Gemeinde viel Geld, da die Preise durch Inflation im Durchschnitt um 30 Prozent gestiegen sind. Nicht ohne Grund finden Wahlen in einem gewissen Rhythmus statt, der Kontinuität und einen Arbeitsfluss ermöglicht. Einige bedeutende Projekte, die während unserer Regierungszeit mit Ecolo initiiert wurden, wurden entweder stark verändert oder ganz abgesagt. Auch viele unserer Vorschläge als Opposition wurden unbeachtet abgelehnt, die die Lebensqualität in unserer Gemeinde nachhaltig verbessert hätten.” Grundsätzlich gehe es der Gemeinde dank einer soliden Finanzlage recht gut. „Die Verwaltung, Schulen und der Technische Dienst/Bauhof funktionieren aufgrund der guten Arbeit von Führungskräften und Mitarbeitern weitgehend autonom. Kurzzeitige politische Unstimmigkeiten, wie sie zuletzt aufgetreten sind, kann die Gemeinde gut überstehen. Nun ist es jedoch an der Zeit, dass auf politischer Ebene Ruhe und Kontinuität einkehren”, so Güsting.

„Das Vorgehen von Ecolo hat die Chemie im Gemeinderat stark belastet.”

Der Koalitionswechsel vor gut drei Jahren habe der Töpfergemeinde „erheblichen Schaden“ zugefügt, und zwar „nicht nur finanziell“. Erwin Güsting: „Die Art und Weise, wie Ecolo ihre Pläne gnadenlos durchgesetzt hat, widerspricht einem offenen und ehrlichen Miteinander in einer Koalition. Solche Angelegenheiten sollten intern geregelt werden. Das Vorgehen von Ecolo hat die Chemie im Gemeinderat stark belastet.”

Zu Beginn des Koalitionsbruchs seien der Frust und die Enttäuschung „enorm” gewesen, meint Erwin Güsting, der sich besonders verärgert über Uli Deller von Ecolo zeigt. „Besonders enttäuschend war es, vom Koalitionspartner so hintergangen zu werden. Aber schlussendlich muss man lösungsorientiert denken. Mein Fokus lag darauf, die entstandene Situation zu überwinden und die Arbeit für unsere Gemeinde fortzusetzen. Das gesamte Spektakel, einschließlich der Wechsel mehrerer Bürgermeister und der Vorteilsnahme durch Amtsbonus, hat zu Unmut und Politikverdrossenheit in der Bevölkerung geführt. Das ist sehr bedauerlich. Doch jetzt, mit den Neuwahlen vor der Tür, bin ich voller Tatendrang. Wir schauen nach vorne. Die Gemeinde Raeren hat Frust nicht verdient. Sie hat Kontinuität und Menschen verdient, die sich seriös und ernsthaft für ihr Wohl einsetzen. Menschen mit echtem Bezug zum Dorf, denen man vertrauen kann.”

<p>„Voller Tatendrang“: Erwin Güsting will wieder Bürgermeister von Raeren werden.</p>
„Voller Tatendrang“: Erwin Güsting will wieder Bürgermeister von Raeren werden. | Foto: David Hagemann

Es sei ein Fehler gewesen, „den Personen zu vertrauen, die uns letztlich enttäuscht haben. Zwei Tage vor dem Koalitionsbruch schien noch alles in Ordnung, ein gemeinsamer Weg gefunden zu sein. Es gab eine Kompromisslösung, mit welcher, Zitat Herr Deller ‘Erwin, damit können wir leben.‘ Somit vertrauten wir unserem Koalitionspartner“, betont Erwin Güsting. „Mit Uns“ trete mit einer bereit aufgestellten und kompetenten Mannschaft an, und die Kandidaten würden ihr Mandat auch antreten. „Im Gegensatz dazu war dies bei Ecolo und CSL in der vergangenen Legislaturperiode nicht immer der Fall. Bei ‘Mit Uns’ gibt es keine Kandidaten, die nur als Strohpersonen dienen, um Stimmen zu generieren. Wir stehen für Kontinuität, Glaubwürdigkeit und seriöse Kommunalpolitik mit Kandidaten, die einen echten Bezug zur Gemeinde haben.“

Und wie sieht die Machtoption der Liste aus? „Das Vertrauensverhältnis ist aufgrund der Personen, die den Koalitionsbruch herbeigeführt haben, zu Ecolo in Raeren zerbrochen. Angesichts dessen, dass einige der jetzigen Ecolo-Mandatsträger wahrscheinlich auch dem neu gewählten Gemeinderat angehören werden, ist eine Koalition mit Ecolo für ‘Mit Uns’ ausgeschlossen”, betont Güsting. „Wir streben eine absolute Mehrheit an, obwohl dies bei drei Listen schwierig, aber nicht unmöglich ist. Somit setzen wir auch auf eine Koalition mit der CSL, die sicherlich die bevorzugte Regierungsoption für die Mehrheit der Raerener Bürger wäre. Für mich ist entscheidend, dass wir Partner finden, die unser Engagement für eine zukunftsfähige Politik teilen. Eine konstruktive Zusammenarbeit steht im Vordergrund“, betont er.

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