Nun warten die Franzosen: Rote Teufel ziehen ins EM-Achtelfinale ein

<p>Kevin De Bruyne (rechts) und die Roten Teufel ziehen ins Achtelfinale ein und fordern am Montag Frankreich heraus.</p>
Kevin De Bruyne (rechts) und die Roten Teufel ziehen ins Achtelfinale ein und fordern am Montag Frankreich heraus. | Foto: David Hagemann

Die Tabelle der Gruppe E versprach einiges an Spannung und Rechnungen. Rumänien, Belgien, die Slowakei und die Ukraine zählten allesamt drei Punkte – vom Weiterkommen bis zum Ausscheiden war für jeden noch alles möglich.

Siege gab es zwar keine mehr, da sich auch Rumänien und die Slowakei unentschieden trennten (1:1), Gewinner aber wohl: Rumänien, Belgien und die Slowakei ziehen ins Achtelfinale ein, die Ukraine scheidet aus.

Im Achtelfinale treffen die Roten Teufel am Montag (18 Uhr) in Düsseldorf auf Vizeweltmeister Frankreich.

Ukraine 0:0 Belgien

Nationaltrainer Domenico Tedesco vertraute fast derselben Elf wie am Samstag beim 2:0-Sieg in Köln über Rumänien. Einzig Leandro Trossard kehrte für den gelbgesperrten Dodi Lukebakio in die Startformation zurück.

So explosiv wie Belgien-Slowakei oder Belgien-Rumänien startete diese Partie nicht. Die Ukraine suchte Roman Yaremchuk, die Roten Teufel Romelu Lukaku – zunächst ohne Erfolg. Bis Kevin De Bruyne den Ball auf „Big Rom“ durchsteckte, der ihn vor Torhüter Trubin jedoch nicht richtig traf (7.).

Foto: David Hagemann

Es blieb bei einem Warnschuss, aber einer mit Wirkung: De Bruyne und Co. nahmen das Heft des Handelns nun klar in die Hand. Belgien setzte sich in der ukrainischen Hälfte durch, doch legte nach 20 Minuten auch Koen Casteels seine erste Mini-Prüfung ab, als er Yaremchuks Schuss parierte.

Zwischendurch ein Blick Richtung Frankfurt: Die Slowakei ging mit 1:0 in Front, übernahm in Gruppe E Platz eins. Belgien und die Ukraine folgten, die Rumänen waren zu dem Zeitpunkt raus (25.). Um ein Haar wäre es eine schlimme Phase für Belgien gewesen, doch Dovbik übersah den besserpostierten Yaremchuk – die potenziell gefährlichste Szene der Osteuropäer bis hierhin.

Foto: David Hagemann

Frech probierte sich Kevin De Bruyne mit einem Freistoß: Vorher noch mit einem Laserpointer der Ukraine-Fans aus der Konzentration gebracht, zog er den ruhenden Ball nicht etwa als Flanke in den Sechszehner, sondern schoss direkt „drauf“, allerdings ans Außennetz (33.).

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Beide Teams kamen vor der Pause noch einmal gefährlich nach vorne: Dovbyk verpasste Yaremchuks Flanke um Zentimeter, Trubin parierte gegen De Bruyne. Torlos ging es in die Pause, und damit war Belgien in der Summe eigentlich ganz gut bedient. Die Teufel verzeichneten zwar mehr Ballbesitz, mehr als brotlose Kunst kam dabei aber nicht rum, während die Ukraine ab Mitte der ersten Halbzeit öfter richtigen Offensivdrang zeigte. Rumänien hatte inzwischen per Elfmeter zum 1:1 ausgeglichen.

Ein Tor würde dem Spiel guttun: Mit der alten Fußballweisheit ging es in den zweiten Durchgang. Doch erstmal passierte... nichts. Es schien so, als ob sich beide Teams mit dem torlosen Remis zufriedengeben würden. Dabei war die Ukraine angesichts des Zwischenstandes aus Frankfurt doch zu einem Sieg verpflichtet.

Als Doku seine Flanke auf Lukaku nicht genau genug schlug, kam zumindest mal ein Hauch von Gefahr auf (58.). Tedesco reagierte, brachte Carrasco und Mangala für Trossard und Tielemans (62.). Positiv: Letzterer handelte sich keine zweite Gelbe Karte ab, ist also im Achtelfinale mit an Bord.

Foto: David Hagemann

Lukaku arbeitete weiter an seinem ersten geltenden EM-Tor. Trubin entschärfte seinen Schuss jedoch, nachdem De Bruyne den Ball im Mittelfeld erobert hatte (64.). Carrasco vertändelte seinerseits eine sehr aussichtsreiche Kontermöglichkeit, statt den „tödlichen“ Pass auf seinen Kapitän zu spielen (68.).

Von der Ukraine kam nach nach dem Seitenwechsel bis dato nichts mehr – höchstwahrscheinlich ein Grund für den Dreierwechsel in der 70. Minute. Unter anderem für Yaremchuk, ehemaliger Brügger und Genter, war der Arbeitstag beendet. An seiner Stelle kam mit Malinovskiy ein weiterer Ex-D1-Spieler (Genk).

Aus dem Nichts nahm die Partie auf einmal Fahrt auf: Erst vergab Carrasco nach einer – endlich mal – gelungenen Kombination mit Lukaku, dann rettete Faes zweimal in höchster Not gegen Dovbyk (74.). Und als Dovbyk abschloss, brach die ukrainische Kurve schon in Jubel aus – es zappelte aber nur das Außennetz (79.). Bakayoko kam für den erneut bemühten, aber wirkungslosen Doku.

Besser wurde das Spiel nicht, dafür aber unweigerlich spannender. Ein Tor für die Ukraine, und Belgien hätte die Koffer packen können. Die Teufel fuhren eine Reihe von Kontern – konnten sich aber von Herzen bei Castagne bedanken, der sich in einen Malinovskiy-Schuss schmiss (88.). Loïs Openda sollte an Lukakus Stelle für den erlösenden Treffer sorgen, vier Minuten Nachspielzeit dauerte das Zittern noch an. Und erneut rettete Casteels.

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