Homo Faber - Homo Ludens

Sehr geehrter Herr Schröder, im Allgemeinen schätze ich Ihre Kommentare, doch der letzte zum Thema Menschenwürde hat mich enttäuscht.

Es gibt nur ein einziges Problem in der Frage der Sozialen Gerechtigkeit und dieses Problem ist das der Umverteilung. Sie sagen selbst, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, verunglimpfen dann aber die Befürworter eines bedingungslosen Grundeinkommens und prangern die jetzige Höhe der Umverteilung an. Wie passt das zusammen?

Im Zeitalter der Digitalisierung werden viele Arbeitsplätze wegfallen. Auch den Job von Journalisten und Kommentatoren können in Kürze Algorithmen übernehmen oder tun es bereits. Es ist sogar möglich, dass der Gesetzgeber von einem Computer abgelöst wird, der dann in Kollaboration mit politikinteressierten Bürgerinnen und Bürgern konvergente und kohärente Rechtstexte schreibt. Spätestens dann werden sich Medien und Politik mit dem Thema Grundeinkommen beschäftigen müssen.

Für manche ist Arbeit der Weg, sich selbst zu verwirklichen, für viele ist sie ein notwendiges Übel. Die Digitalisierung in Verbindung mit dem Grundeinkommen gibt uns die Möglichkeit, den Homo Faber (arbeitender Mensch, siehe Max Frisch) hinter uns zu lassen, und endlich das zu werden, was wir eigentlich sind, nämlich ein Homo Ludens (spielender Mensch, siehe Johan Huizinga).

Geld ist dabei nicht das Problem. Es entsteht heute schon aus dem Nichts. Es wird nur schlecht verteilt.

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