„Von Sack zu Tonne“: Müllentsorgung in der Gemeinde Raeren

Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen. Zwei positive Aspekte sehe ich durchaus darin, wenn der Müll künftig in Tonnen abgeholt wird: Tiere können die Säcke nicht mehr aufreißen, wenn diese bereits am Vorabend an die Straße gestellt werden, und die Müllwerker müssen weniger schwer heben. Andererseits verstehe ich das Hin und Her von Ecolo nicht. 2021 wollte man unbedingt weg von Intradel, weil der Dienst angeblich zu teuer, unzuverlässig und unflexibel war. Die damalige Ecolo-Schöffin, Christine Kirschfink, setzte daraufhin erfolgreich auf einen regionalen Sozialbetrieb für die Müllabfuhr. Warum jetzt wieder die Rolle rückwärts?

Besonders kritisch sehe ich die geplante Abholung des Restmülls nur noch alle zwei Wochen. Ich wohne in einer Sackgasse mit zehn Häusern. Der Müll aller Haushalte wird bei meinem Betrieb gesammelt, weil dort die einzige Wendemöglichkeit für den Müllwagen besteht. Schon heute passiert es, dass blaue Säcke oder die gelbe Tonne von Intradel nicht abgeholt werden und unsere Straße ver gessen wird. Wenn der Restmüll künftig nur noch alle zwei Wochen abgeholt wird und wir erneut übersehen werden, bleibt der Müll im Sommer vier Wochen stehen. Wo sollen dann zusätzliche Tonnen herkommen? Auch der Hinweis von Herrn Deutz auf steigende Müllmengen überrascht mich nicht. 2025 leben 185 Einwohner mehr in der Gemeinde als 2021. Hinzu kommt: Mülltonnen müssen regelmäßig gereinigt werden – meist mit Trinkwasser. Gerade im Sommer, wenn Wasser gespart werden soll, entsteht dadurch ein zusätzlicher Widerspruch. Ob Tonnen tatsächlich nachhaltiger sind als Müllsäcke, bleibt für mich daher fraglich. Zudem gilt bei Säcken weiterhin das Verursacherprinzip: Wer mehr Müll produziert, muss auch mehr Säcke kaufen.

Kommentare

  • Der Müll in Tonnen wird gewogen und am Ende wird pro kg bezahlt. Das Verursacherprinzip wird also noch besser umgesetzt !

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