Proximus: Mit KI besser gewappnet gegen Hacker

<p>Mit der Bedeutung des Internets für Privatpersonen und Unternehmen ist die digitale Bedrohung zugenommen.</p>
Mit der Bedeutung des Internets für Privatpersonen und Unternehmen ist die digitale Bedrohung zugenommen. | Foto: dpa

Keine Frage: Künstliche Intelligenz (KI) und Cybersicherheit werden in den kommenden Jahren bei der Bewältigung von Herausforderungen weiter an Bedeutung gewinnen. KI wird den Energieverbrauch senken, Fehler in technischen Systemen vorhersagen, die Früherkennung von Betrug verbessern oder die Mobilität optimieren, um nur einige Beispiele zu nennen. Es wird erwartet, dass KI bis 2030 etwa 14 Billionen Euro zur Weltwirtschaft beitragen wird. Für unser Land wird ihr Beitrag bis 2024 auf 330 Millionen Euro geschätzt. Hochmoderne Cybersicherheitssysteme sind ihrerseits entscheidend, um Cyberangriffe abzuwehren und es jedem Bürger und jedem Unternehmen zu ermöglichen, seine Daten und sein Geschäft zu schützen. „Cybersicherheit ist ein unverzichtbares Element, um Vertrauen in die digitale Welt zu ermöglichen, die mehr denn je zu einem Motor unserer Gesellschaft und Wirtschaft geworden ist“, sagte Guillaume Boutin, Geschäftsführer von Proximus, als er am Montag das neue Tochterunternehmen Proximus Ada vorstellte: ein Kompetenzzentrum, das seine Tätigkeit ab 1. April aufnehmen wird.

Proximus hat in den letzten Jahren ein solides Fachwissen im IT-Bereich aufgebaut, sowohl in Belgien – angesichts seiner zentralen Rolle im digitalen Leben vieler Belgier – als auch weltweit über seine beiden internationalen Tochtergesellschaften TeleSign und BICS. TeleSign, ein führender Anbieter von Dienstleistungen für digitale Identitäten und Cloud-basierte Softwarelösungen, ist ein vertrauenswürdiger Partner für acht der zehn größten digitalen Unternehmen der Welt. BICS wiederum ist ein weltweit führender Anbieter in den Bereichen digitale Kommunikation, Cloud-basierte Kommunikationsdienste, Mobilität und Internet der Dinge.

Mit Proximus Ada, mit geplantem Sitz in Brüssel, legt der Konzern jetzt einen Zahn zu: Das Fachwissen des Kompetenzzentrums soll genutzt werden, um innovative Lösungen unter Einbeziehung der neuesten Techniken der künstlichen Intelligenz zu entwickeln. Dies wird es den Unternehmen des Konzerns ermöglichen, ihre Produkte und Dienstleistungen zu verbessern sowie neue Anwendungen zu entwickeln. Ada soll auch die Cyber-Resilienz der Unternehmen der Gruppe sowie die Sicherheit der Lösungen und Dienstleistungen, die sie für ihre Kunden entwickeln, stärken: ein sicherer digitaler Raum für die Nutzer und die gesamte Gesellschaft.

„Für die Entwicklung dieses Projekts ist der Ausbau von Netzwerken mit neuer Technologie, Glasfaser und 5G von entscheidender Bedeutung“, unterstrich Boutin. „Nur diese Technologien können uns garantieren, dass wir diese Herausforderung meistern.“ Der Name des Zentrums ist übrigens nicht zufällig gewählt, sondern ist eine Hommage an Ada Lovelace, eine englische Mathematikerin und Schriftstellerin aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die als erste Computerprogrammiererin der Geschichte gilt.

Die Ambitionen von Ada gehen aber weit über den Bereich Innovation und Expertise in der Proximus-Gruppe hinaus. Ziel ist die Entwicklung eines echten lokalen Ökosystems durch starke Kooperationen und Partnerschaften mit Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten sowie mit Verbänden und Behörden. Proximus Ada will ein Exzellenzzentrum mit einer starken belgischen Verankerung werden, das in der Lage ist, hochqualifizierte und motivierte belgische Talente anzuziehen, auszubilden und zu halten. Zunächst wird Proximus Ada etwa 50 Experten für künstliche Intelligenz und Cybersicherheit beschäftigen. Ziel aber ist es, diese Zahl in den nächsten drei Jahren zu verdreifachen und insgesamt 150 lokale Experten zu beschäftigen. „Die Universitäten und Hochschulen in Belgien gehören in den Bereichen Computerwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, exakte Wissenschaften, Datenverarbeitung und Cybersicherheit zu den besten der Welt“, so der CEO. „Dies verschafft uns einen klaren Vorteil, wenn es darum geht, eine internationale Rolle zu spielen, insbesondere wenn es darum geht, den Mangel an IT-Entwicklern zu beheben.“ Mit Proximus Ada will der Geschäftsführer hochqualifizierte belgische Talente anziehen, ausbilden und …. halten. „Durch Proximus Ada werden sie Zugang zu den fortschrittlichsten Technologien und einem internationalen Umfeld haben.“ Um im gnadenlosen „Kampf um Talente“ gegen die Konkurrenz eine Chance zu haben, wird das neue Unternehmen wie ein Hightech-Start-up funktionieren, in dem, so Boutin, Inklusion, Co-Kreation, Zusammenarbeit, Eigenverantwortung und Agilität einen wichtigen Platz einnehmen.

Mittel- und langfristig soll Belgien mithilfe von Ada in den Schlüsselbereichen Cybersicherheit und KI eine zentrale Position auf dem globalen Schachbrett einnehmen, legt Boutin die Latte besonders hoch. Das Fachwissen von Proximus eröffne eine Reihe von Möglichkeiten, um die digitale Durchdringung der Gesellschaft zu erleichtern und zu verbessern, die Datenanalyse zum Nutzen der Menschheit einzusetzen, die Privatsphäre der Menschen besser zu schützen und Betrug und böswillige Aktivitäten in verschiedenen Anwendungsbereichen zu verhindern. Ganz zu schweigen von der Entstehung KI-gestützter Anwendungen, die den Energieverbrauch optimieren, Mobilitätsprobleme angehen und zu wichtigen Fortschritten im Gesundheitsbereich beitragen können. Kurzum: „Ada ist ein strategischer Zug sowohl für Proximus, damit der Konzern technologisch und sicherheitstechnisch autonom bleibt, als auch für ganz Belgien“, so Boutin.

Begeistert von dem Projekt ist Petra De Sutter (Groen), föderale Ministerin für öffentliche Unternehmen und Telekommunikation. Sie glaubt, dass Ada einen Beitrag zum Wohlergehen der Bürger und Unternehmen unseres Landes leisten kann. „Künstliche Intelligenz wird eine wesentliche Rolle bei der Schaffung einer nachhaltigeren Zukunft spielen, insbesondere durch die Optimierung des Energieverbrauchs, und so dabei helfen, Europas klimaneutrales Ziel bis 2050 zu erreichen. Auch das Gesundheitswesen und die Mobilität dürften sich dank dieser neuen Technologien verbessern“, sagte sie bei der Pressevorstellung und wies darauf hin, dass 5G ein Anreiz für KI sein wird. Gleichzeitig fordert sie klare Regeln, um den Missbrauch von künstlicher Intelligenz zu verhindern. „Mithilfe von Ada werden wir zudem den Kampf gegen die Cyberkriminalität besser angehen können, insbesondere durch die Verbesserung der Techniken zur Erkennung und Blockierung von Betrugsfällen. Dies ist ein wesentlicher Faktor, da Cyberkriminelle immer raffiniertere Techniken einsetzen.“ Boutin stimmte zu: „Mit künstlicher Intelligenz sind wir besser gewappnet, um unser Netzwerk zu verteidigen. Ein Gamechanger.“

„Mittelfristig ist es unser Bestreben, Proximus Ada zu einem Referenzzentrum in Europa für künstliche Intelligenz und Cybersicherheit zu machen“, so Stéphanie Cox, die erste Geschäftsführerin von Proximus Ada. „Neben unseren Kooperationen in Belgien werden wir uns auch auf internationale Kooperationen mit Universitäten, Forschungsinstituten, Unternehmen und Verbänden konzentrieren.“ Darüber hinaus sind mehrere Veranstaltungen in Planung, um Innovationen zu fördern und junge Talente zu rekrutieren, darunter einen Hackathon für künstliche Intelligenz am 5. und 6. Mai. „Proximus Ada hat sich zum Ziel gesetzt, im Dienste der Gesellschaft zu handeln, um sie innovativer und sicherer zu machen“, so Cox.

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