Moslemexekutive will sich der „politischen Beeinflussung“ entziehen

<p>Die Große Moschee in Brüssel befindet sich im Parc du Cinquantaneire und ist die älteste und größte Moschee in der Hauptstadt.</p>
Die Große Moschee in Brüssel befindet sich im Parc du Cinquantaneire und ist die älteste und größte Moschee in der Hauptstadt. | Foto: belga

Man hofft, auf diese Weise mehr als 300.000 Euro zu sammeln. „Dann sind wir nicht mehr auf die Zuschüsse der Regierung angewiesen“, wird Tahar Chahbi, Mitglied der Exekutive, von dem flämischen Blatt zitiert.

Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) hat die staatlichen Subventionen in Höhe von mehr als einer halben Million Euro pro Jahr vorerst gestoppt, da er möchte, dass sich die Exekutive dem marokkanischen und türkischen Einfluss entzieht. Nach Angaben der Zeitung „Het Laatste Nieuws“, die sich auf einen Insider beruft, zeigen Dokumente, dass Spione aus Rabat und Ankara „durch die Tür verschwinden, aber durch das Fenster wieder hereinkommen.“

Die offizielle Kontaktstelle für die islamische Religion steht seit einigen Monaten in der Kritik. Ein Bericht der Staatssicherheit hatte Ende letzten Jahres enthüllt, dass die Moschee des Vorsitzenden der Exekutive, Mehmet Üstün, in Heusden-Zolder eine „wichtige Rolle“ bei der Verbreitung extremistischen Gedankenguts in Limburg spielt. Üstün selbst dementierte indessen die Aussagen des Berichts.

Die Exekutive strebt zurzeit eine Verkleinerung an. Künftig sollen auch Bedingungen an die Mitglieder gestellt werden. So müssen sie einen Hochschulabschluss haben und „gut“ Französisch und/oder Niederländisch sprechen können. Der neue Vorsitz, der im April im Amt sein muss, soll künftig nur noch 50 Mitglieder umfassen, 12 weniger als bisher. Flandern soll demnach 19 Sitze erhalten, die Wallonie 15 und die Region Brüssel-Hauptstadt 16. Jede Region müsse außerdem mindestens zwei Frauen entsenden.

Van Quickenborne, der die neuen Strukturpläne der Dachorganisation noch nicht einsehen konnte, „darf jedoch nicht mit einer weitergehenden Erneuerung rechnen“, schreibt „Het Belang Van Limburg“. (belga/calü)

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