Die Regierung machte die Türkei und skrupellose Schleuser dafür verantwortlich. „Schleuserbanden setzen ihre verbrecherische Aktivität ungehindert fort. Sie sind Mörder“, sagte Schifffahrtsminister Giannis Plakiotakis im griechischen Fernsehen. Die Türkei stoppe das Auslaufen solcher Boote nicht. Die Schleuser setzten morsche Kähne ein, die keine Rettungsausrüstung an Bord hätten und äußerst gefährlich seien, so der Minister.
In der Nacht zum Samstag haben Fischer und die Küstenwache nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes vor der Ferieninsel Paros 16 Leichen geborgen. Bereits am Donnerstag waren nordwestlich von Kreta elf Menschen ums Leben gekommen. 90 Menschen konnten eine Felseninsel erreichen. Drei Migranten waren am Mittwoch beim Untergang eines anderen Bootes in der Ägäis nahe der Insel Folegandros ertrunken. Die Zahl der Todesopfer könnte noch viel größer sein, denn Dutzende Menschen werden noch vermisst.
Offiziere der griechischen Küstenwache schätzten, dass es rund 11.000 Menschen in den vergangenen Monaten gelungen sei, Italien auf dieser Route von der Türkei durch die Ägäis und das Ionische Meer zu erreichen. Es gibt keine offiziellen Angaben, wie viele Menschen dabei ums Leben gekommen sind.
Die Migranten unternehmen diese gefährliche Reise, weil sie es vermeiden wollen, längere Zeit in den Registrierlagern auf den Inseln im Osten der Ägäis bleiben zu müssen, wenn sie aus der Türkei nach Lesbos, Chios oder zu anderen griechischen Inseln übersetzen. Wegen der langen Fahrt durch das Mittelmeer südlich oder nördlich von Kreta kommt es jedoch häufig zu Maschinenschäden oder Lecks auf den oft veralteten Booten, die Schleuserbanden den Menschen verkaufen. (dpa/calü)

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