Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) vertrat wie üblich die Deutschsprachige Gemeinschaft am Freitag bei der Sitzung des Konzertierungsausschusses, der sich auf weitere Lockerungen in der Coronakrise einigte. „Wichtig waren uns vor allem die Punkte, die mit dem Privatleben zu tun haben. So wird ja die Begrenzung der Anzahl Personen, die Zuhause oder in touristischen Unterkünften empfangen werden können, aufgehoben“, meinte der Eupener Regierungschef am Freitagabend im Gespräch mit dem GrenzEcho.
Wichtig seien aber auch die Lockerungen im Horecasektor und im Eventbereich. „Darüber hinaus habe ich mich explizit dafür eingesetzt, dass die von den Bildungsministerin vorgeschlagenen Lockerungen im Unterrichtswesen auch tatsächlich umgesetzt werden“, fügte Oliver Paasch hinzu. Erfreulicherweise habe sich Belgien bisher in den allermeisten Punkten an den Stufenplan gehalten, der bereits am 11. Mai verabschiedet worden war. „Dass wir das geschafft haben, freut uns ganz besonders, weil wir ja wissen, dass es in einer solchen Pandemie immer Unwägbarkeiten gibt, denen man keine Rechnung tragen kann. Wir sind ein Land mit den wenigsten Einschränkungen im europäischen Vergleich, und Deutschland oder Frankreich haben zum Beispiel viel strengere Maßnahmen. Gleichzeitig sind wir aber auch eines der Länder mit der höchsten Impfquote in der Welt. Beides gehört natürlich zusammen“, stellte der DG-Ministerpräsident am Abend fest. Das liege in erster Linie an der erfolgreichen Impfkampagne. „Unsere Inzidenzzahlen sind schlecht, aber unsere Krankenhauszahlen sind gut. Das kann man ganz klar auf die Impfkampagne zurückführen. Die Kurven gehen auseinander, und das ist eine ausschließliche Folge unserer Impfquote“, meinte der Ministerpräsident. Im Bildungswesen dürfen alle Schüler ab dem 1. September zu hundert Prozent in Präsenzform in die Schulen zurückkehren. Außerdem entfalle die Maskenpflicht in allen Stufen im Klassenraum. Die Maskenpflicht besteht nur weiterhin, wenn es zur Bewegung im Klassenraum kommt (oder in den Fluren, ...). Und warum werden nicht alle Einschränkungen im Schulwesen aufgehoben? „Wir wollen auch weiterhin Vorsicht walten lassen und auf unserem Mittelweg bleiben“, so Oliver Paasch.
„Wir sind sehr optimistisch, dass es nicht mehr dazu kommen wird.“
Ob es im Zuge einer neuen Corona-Welle möglicherweise doch wieder Verschärfungen der Schutzmaßnahmen gibt, kann er aber nicht mit Sicherheit ausschließen. „Wir sind sehr optimistisch, dass es nicht mehr dazu kommen wird. Aber völlig ausschließen kann ich das auch nicht. Da muss man einfach ehrlich sein. Wir wissen nicht, wie sich die Pandemie in den kommenden Wochen entwickeln wird. Wichtig ist wie gesagt, dass wir einen Mittelweg beschreiten, der weitestgehende Lockerungen ermöglicht, aber auch weiterhin für die nötige Vorsicht sorgt.“

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