Genauer gesagt will das Energieunternehmen aus dem westflämischen Harelbeke, das u. a. bereits den Windpark Oberhart in der Gemeinde Amel betreibt, in einem Waldgebiet zwischen Courtil und Beho insgesamt sechs Windkraftanlagen der neuesten Generation errichten.
Diese Windräder sollen in einer Linie mit der Eisenbahnlinie stehen, nicht weit vom bestehenden Windpark Halconreux und dem Holzindustriepark in Courtil entfernt. Eines der insgesamt 230 Meter hohen Windräder soll in der Agrar-, die fünf anderen in der Forstzone errichtet werden. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, rechnen die Betreiber mit einer jährlichen Stromproduktion, die dem Verbrauch von 19.000 Haushalten entsprechen würde.
Noch spricht die Firma Aspiravi von einem Vorprojekt und nicht von einem Projekt im eigentlichen Sinne, da im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens noch eine Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt werden muss.
Die Bevölkerung ist eingeladen, Kommentare oder Vorschläge zu machen, die sie im Rahmen dieser Untersuchung analysiert sehen möchte. Eventuelle Anmerkungen müssen dem Gemeindekollegium von Gouvy schriftlich bis zum 21. Juni (mit Kopie an den Antragsteller) zugestellt werden.
Gegner befürchten zu große Einschnitte in die Natur.
Insgesamt sind damit auf dem Gebiet der Gemeinde Gouvy drei Windkraftprojekte anhängig. Der Energiekonzern EDF-Luminus plant bis zu zehn Windräder im sogenannten „Bois de Ronce“ nördlich vom früheren NATO-Bundeswehrdepot, die Gesellschaft Wattelse sechs Windräder in der Gemarkung „Les Prâles“ zwischen Courtil und Beho.
Die Bürgerbewegung „La Voix de la ronce“ wehrt sich gegen Windkraftprojekte im Wald. Sie hat bereits gegen das Luminus-Projekt im „Bois de Ronce“ mobilisiert, weil negative Auswirkungen auf die Natur, den Grundwasserspiegel bzw. die Vogelwelt befürchtet werden. In diesem Wald niste der Raufußkauz, doch auch ein Lebensraum des Schwarzstorchs und des Rotmilans sei bedroht.
Die Bürgermeisterin von Gouvy, Véronique Léonard, bekräftigt ihrerseits, dass die Gemeinde lediglich das Projekt im „Bois de Ronce“ unterstützen werde. „Die Anzahl der Windräder wird auf zehn begrenzt sein. Dieses Projekt hat Vorrang, weil es auf Gemeindeeigentum entstehen soll und sich finanziell positiv für alle Bürger auswirken wird. Das Kollegium hat beschlossen, alle anderen Projekte abzulehnen.“

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