„Wir haben ein anstrengendes Jahr hinter uns, das nicht wie sonst war. Die Coronakrise hat uns aus unserem gewohnten Betätigungsfeld herausgerissen“, blicken KAV-Präsidentin Claudine Kalbusch und Schriftführerin Brigitte Schrouben auf die vergangenen 13 Monate zurück.
Der Besuchs- und Empfangsdienst wurde zunächst komplett eingestellt.
In der ersten Phase des letztjährigen März-Lockdowns wurden sowohl der Besuchs- als auch der Empfangsdienst komplett eingestellt. Während die erstgenannte Tätigkeit auf die moralische Unterstützung der stationierten Patienten abzielt, dient das zweite Angebot der besseren Orientierung der Besucher und Patienten bei ihrer Ankunft. „Alle waren verunsichert. Niemand wusste im März 2020 so recht, was auf uns zukam. Auch wenn das Verrichten ehrenamtlicher Dienste in Krankenhäusern nach wie vor gestattet war, haben wir zum Schutze unserer Ehrenamtlichen, die größtenteils zur Risikogruppe gehören, diese Tätigkeiten zunächst eingestellt“, so Claudine Kalbusch.
Was nicht bedeuten sollte, dass die KAV tatenlos zusehen wollte. Aufgrund der besonderen Umstände gab es Unterstützungsbedarf in der Klinik. Diesen lotete die Vereinigung in Zusammenarbeit mit der Hausleitung aus. „Einige der jüngeren und weniger gefährdeten Ehrenamtlichen übernahmen gleich zu Beginn des ersten Lockdowns den Telefondienst der Wäschehotline“, geht Brigitte Schrouben auf die erste zeitweilige Aufgabe ein. Weil damals kein Besuch gestattet war, die Wäsche der Patienten aber gewaschen und ausgetauscht werden musste, ließ sich die KAV ein System einfallen, um eine Übergabe mit den Angehörigen zu ermöglichen. Ab dem Zeitpunkt, wo der Besuch von einer Person pro Patient wieder erlaubt war, erübrigte sich dieser Dienst.
Dafür tat sich wiederum eine andere Baustelle auf. Die Besucherbeschränkungen mussten eingehalten werden, was aber nicht zwingend geschah. Aus diesem Grund übernahmen die Kliniklotsen den Empfang und die Kontrolle der Besucher im Eingangsbereich.
„Das war natürlich nicht immer einfach, weil wir den Menschen vermitteln mussten, dass beispielsweise nur ein Kind das Elternteil besuchen darf oder Arzttermine nicht in Begleitung wahrgenommen werden dürfen. Daran musste sich die Bevölkerung gewöhnen. Es hat Diskussionen gegeben, manche haben auch versucht, einfach vorbeizulaufen. Doch die große Mehrheit zeigte sich verständnisvoll“, weist Brigitte Schrouben auf ein Etikettensystem hin, das seit einigen Monaten Bestand hat: „Die Klinik gibt uns jeden Tag eine neue Liste mit den Patienten und Besuchspersonen. Der Besucher bekommt bei seiner Ankunft ein Etikett mit dem Datum, der Station und der Zimmernummer, das er sich sichtbar aufklebt. Das erleichtert die Arbeit des Personals, weil es genau weiß, wo der Besucher sich aufhalten darf.“
Allgemein war die Unterstützung des Personals ein großes Anliegen der KAV. Etliche Ehrenamtliche haben regelmäßig Kuchen gespendet, die auf den verschiedenen Stationen zur moralischen Unterstützung der Mitarbeiter verteilt wurden. Auch halfen die Ehrenamtlichen bei der Verteilung von gesponserten Mahlzeiten, Suppen usw. Und sie assistierten dem Laborpersonal bei den PCR-Testungen.
Der „Snoezelraum“, den die KAV in der Klinik für Patienten eingerichtet hat, wurde während der Pandemie auch dem Personal zur Verfügung gestellt. „Dies, damit nach anstrengenden Arbeitstagen ein Moment der Ruhe und Entspannung möglich war“, erklärt Claudine Kalbusch eine weitere Initiative. Nicht zuletzt wurde Duschgel und Haarshampoo für das Pflegepersonal besorgt, das sich nach jeder Schicht und jedem Gang auf die Isolierstation komplett duschen musste.
Doch nicht nur das Personal, sondern auch die Patienten kamen in den Genuss der Hilfe der KAV. Eine Ehrenamtliche ist wöchentlich im Einsatz, um Einkäufe für die Patienten der Psychiatrie zu tätigen, die weder freien Ausgang noch Besuch haben und so auf Hilfe angewiesen sind.
Den Patienten auf der Isolierstation wurden von der KAV finanzierte Softgetränke angeboten, um etwas Abwechslung und Erfrischung zu ermöglichen. „Die Freude war groß“, fügt die Präsidentin an.
Patienten, die die Isolierstation verlassen durften, fanden sich am Tag der Entlassung oft komplett ohne Kleidung vor, weil diese auf der Station verboten war. Kurzerhand wurde so mancher Patient dank der bestehenden Kleider- und Hygienetruhe frisch eingekleidet.
Auch kaufte die Vereinigung zwei Tablets mit SIM-Karte an, die auf der Isolier- und Intensivstation eingesetzt wurden, um den Kontakt nach Hause via WhatsApp zu ermöglichen. Dort befanden sich bis dahin Tablets ohne SIM-Karte und es gab lediglich die Möglichkeit, via Plattformen wie Teams oder Zoom Kontakt aufzunehmen. In der Praxis stellte sich aber heraus, dass dies nur schwierig umsetzbar und WhatsApp weitaus einfacher war. Um unkompliziert zu helfen, schaffte die KAV kurzerhand die besagten Geräte an.
Die Ehrenamtlichen haben regelmäßig gefragt, wie sie helfen können.
Die KAV ist auch in Pandemiezeiten bestrebt, sich neue Hilfestellungen einfallen zu lassen. Die Ehrenamtlichen sind der Vereinigung unverändert treu geblieben. „Sie waren froh, als es wieder losging und hatten zuvor schon mehrmals gefragt, wie sie helfen können. Wir, Verantwortlichen, sind den Ehrenamtlichen von Herzen dankbar für ihr Engagement, ihre Flexibilität und Hilfsbereitschaft“, freut sich Claudine Kalbusch über den Einsatz. Die Freiwilligen sind in der Impfreihenfolge wie das Krankenhauspersonal prioritär behandelt worden, damit sie sich weiterhin unbesorgt in der Klinik für die Allgemeinheit einsetzen können: „Dafür sind auch alle sehr dankbar.“

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