„Ich liebe Indianapolis. Das ist einfach überwältigend“, jubelte der Brasilianer am späten Sonntagabend bei der Siegerehrung vor 135.000 zugelassenen Fans.
„Ich kann mich gar nicht genug bei allen bedanken, die das möglich gemacht haben.“ Sein von Andretti-Autosport technisch unterstütztes Team von Michael Shank und James Meyer feierte den ersten Erfolg in Indianapolis. Der Sieger, der wie üblich mit Milch - statt mit Champagner – den Triumph zelebrierte, erzielte in seiner schnellsten Rennrunde einen Schnitt von satten 361,221 km/h.
Helio Castroneves, der vor 20 Tagen 46 Jahre alt geworden und mit seinem Dallara-Honda von Rang acht gestartet war, arbeitete sich im Rennen allmählich vor und übernahm erst in der 199. und vorletzten Runde endgültig die Führung von Alex Palou. Der Spanier, ebenfalls im Dallara-Honda, hatte bei diesem spannenden Finale im Ziel nach 200 Runden (804,5 km) und knapp zweieinhalb Stunden Rennzeit mit nur 0,4928 Sekunden Rückstand das Nachsehen. Auf Platz drei fehlten dem Franzosen Simon Pagenaud (Dallara-Chevrolet), der im 33-köpfigen Feld auf Startplatz 26 gestanden hatte, lediglich 0,5626 Sekunden zu seinem zweiten Triumph beim Indy 500 nach 2019. Bestplatzierter der insgesamt sieben teilnehmenden früheren Formel-1-Piloten war der zweimalige Gewinner Juan Pablo Montoya aus Kolumbien auf Rang neun.
Nachdem im vergangenen Jahr wegen der Covid-19-Pandemie erstmals in der Geschichte des Rennens keine Zuschauer zugelassen waren, durfte das Fassungsvermögen des riesigen „Nudeltopfs“ im US-Bundesstaat Indiana diesmal zu 40 Prozent ausgeschöpft werden. Alle verfügbaren 135 000 Plätze waren im Nu ausverkauft. Damit war diese PS-Show laut Angabe der Organisatoren die bestbesuchte Sportveranstaltung seit Beginn der Coronakrise. Im Normalfall füllen mehr als 300.000 Fans die Ränge beim Saisonhöhepunkt der IndyCar-Serie, dem amerikanischen Pendant der Formel 1: Sie machen die 500 Meilen somit zum größten Rennspektakel der Welt. Es zählt alljährlich neben den 24 Stunden von Le Mans und dem Formel-1-Grand Prix von Monaco zum prestigeträchtigsten Autorennen der Saison. Lediglich dem Briten Graham Hill ist bislang in der Motorsportgeschichte die Triple Crown mit Siegen in den drei Klassikern gelungen.
Statistisch gesehen war die 105. Ausgabe das schnellste Indy 500 aller Zeiten mit einem sagenhaften Schnitt von 306,885 km/h für den Sieger. Es gab nur zwei Gelbphasen nach Zwischenfällen. Der Neuseeländer Scott Dixon führte als Polesetter das Feld nur kurz an: Später fuhr er trocken und musste sich im ereignisreichen Rennen, bei dem immerhin 36 Mal die Führung wechselte, mit Platz 17 zufriedengeben. Lediglich drei Teilnehmer fielen nach glimpflich verlaufenen Unfällen aus, so der Brite Stefan Wilson, der Amerikaner Graham Rahal und die Schweizerin Simona de Silvestro, die einzige Frau im Feld. Nicht am Start war Ex-Formel-1-Star Romain Grosjean: Der Franzose, der 2020 beim Großen Preis von Bahrain schwer verunglückt war, lässt in seinem ersten Jahr in der IndyCar-Serie die gefährlichen Ovalrennen vorerst aus. (dpa/hs)

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