„Luxembourg Air Rescue“: Hartnäckigkeit zahlt sich aus – Ronaldo weiß Dienste zu schätzen

Den Anlass gab der Unfall eines kleinen Jungen, der beim Überqueren der Straße von einem Müllabfuhrwagen angefahren wurde. Er zog sich dabei schwere Verletzungen zu und sollte in einer französischen Spezialklinik operiert werden. Der alarmierte Krankenwagen steckte jedoch im Stau fest und konnte das Krankenhaus nicht rechtzeitig erreichen, um den Fuß des Kindes zu retten. Eine Amputation wurde unvermeidlich.

Der Verein „Luxembourg Air Rescue“ (LAR) war geboren, doch fehlte den Gründern das Fachwissen, die nötige Infrastruktur und vor allem Geld. Noch dazu regte sich der Widerstand im Innenministerium und dem Zivilschutz. Glücklicherweise war die „Deutsche Rettungsflugwacht“ (DRF) bereit, den Luxemburgern zu helfen und vermietete ihnen 1989 einen Hubschrauber samt Besatzung. Als Dach für das Fluggerät diente ein ausrangiertes Panzerzelt, während ein Wohnwagen am Flughafen Findel als Büro fungierte.

Primäreinsätze durfte die LAR aufgrund der Skepsis zunächst nicht fliegen. Erst im November 1991 wurde die Vereinigung öffentlichen Nutzens nach langen Verhandlungen mit dem Staat ins SAMU-System integriert und durfte ab diesem Zeitpunkt den Notarzt sofort zum Einsatzort fliegen.

Mit den Jahren wuchs die Air Rescue stetig und die Sorgen wurden weniger. Heute werden sechs Rettungshubschrauber und sechs Flugzeuge betrieben. 190 Mitarbeiter sind beschäftigt.

Neben dem Transport von Verunglückten und der Rückführung von Patienten leistet die LAR für Luxemburg auch den „Search and Rescue“-Dienst, d.h. sie spürt vermisste Personen auf oder rettet diese aus misslichen Situationen. Ebenfalls existiert eine Zusammenarbeit mit der Großherzoglichen Polizei und der Feuerwehr. Seit 2008 übernimmt die Air Rescue auch den Organtransport für ganz Frankreich. Des Weiteren arbeitet sie mit der EU-Grenzschutztruppe Frontex zusammen, ist akkreditierter Partner der Vereinten Nationen und beteiligt sich an internationalen humanitären Einsätzen in Katastrophengebieten.

Über 180.000 Mitglieder zählt die LAR. Sie sind besonders wichtig, weil die LAR als private Organisation auf die Beiträge angewiesen ist. Im Gegenzug wird ihnen die kostenlose Rückführung aus dem Ausland im medizinischen Notfall geboten. Selbst Fußballstar Cristiano Ronaldo griff im letzten Jahr auf die Dienste zurück.

Die LAR ist gemeinsam mit der DRF Luftrettung für die herausragenden grenzüberschreitenden Leistungen in der Coronakrise mit dem Adenauer-De Gaulle-Preis 2020 ausgezeichnet worden. Damit ehrte die Jury die hohe Professionalität und große Solidarität beider Organisationen beim Transport französischer Covid-19-Patienten in deutsche Krankenhäuser und wieder zurück als ein besonderes Zeichen nachbarschaftlicher Hilfe in Europa.

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