Bachs Herkulesaufgabe: Der Kampf um Olympia in Tokio

<p>Auf Thomas Bach kommen große Herausforderungen zu.</p>
Auf Thomas Bach kommen große Herausforderungen zu. | Foto: dpa

Eine Übersicht über die wichtigsten Aufgaben des ehemaligen Fechters, der 2013 die Nachfolger des Belgiers Jacques Rogge antrat.

ZUSCHAUER: Viel deutet darauf hin, dass die Olympischen Spiele in Tokio auf Besucher aus anderen Ländern verzichten müssen. Eine klare Mehrheit der Japaner hat sich gegen die Einreise ausländischer Zuschauer ausgesprochen. Japans Regierung äußerte sich ähnlich. Selbst Familienangehörige der Sportler sollen nicht ins Land einreisen dürfen. Mit einer Entscheidung wird vor dem Start des Olympischen Fackellaufs am 25. März gerechnet.

IMPFUNG: Nach wie vor gilt, dass es keine Impfpflicht für Athleten geben soll. IOC-Präsident Thomas Bach hofft aber, dass bis Sommer viele Sportler den Piks erhalten haben.Die Gesellschaft müsse sich fragen, was ihr ein gutes Abschneiden bei Olympia wert sei, meinte Thomas Weikert, Präsident des Tischtennis-Weltverbandes. Letztendlich gehe es um rund 1500 Personen.

QUALIFIKATION: Insgesamt wird bei Olympia in Tokio mit 11.500 Athleten, bei den Paralympics mit 4300 Athleten gerechnet. Derzeit laufen in den meisten Fachverbänden noch Qualifikationsturniere und -wettkämpfe. Erst Ende Juni steht endgültig fest, wer in die japanische Hauptstadt darf.

FINANZEN: Wie Tokio 2020 mitteilt, werden die Olympischen Spiele knapp 13 Milliarden Euro kosten. Die Mehrkosten durch die Verlegung um ein Jahr wegen der Pandemie belaufen sich auf 2,29 Milliarden Euro. Sollten sich die Zahlen bestätigen, werden die Tokio-Spiele die teuersten Sommerspiele der Geschichte. Diesen zweifelhaften Rekord hielten bislang die Spiele von London 2012, die es laut einer Studie der Universität Oxford auf 12,21 Milliarden Euro gebracht haben.

STIMMUNG IN JAPAN: Im Land des Gastgebers herrscht weiter große Ablehnung gegenüber den Tokio-Spielen. Nach jüngsten Umfragen lehnen über 80 Prozent die Ausrichtung der zweiten Sommerspiele nach 1964 ab. Für Japans Premierminister Yoshihide Suga könnte Olympia zum Spiel mit dem Feuer werden. Der 72-Jährige will sich im September wiederwählen lassen, je nach Verlauf der Spiele wird ihm die Bevölkerung die Quittung verpassen.

STIMMUNG IM IOC: Das IOC steht weiter voll hinter den Spielen und drängt nicht zuletzt auch wegen drohender Einnahmeverluste in Milliardenhöhe auf die Austragung. Für den Vierjahreszyklus mit Olympia in Sotschi 2014 und Rio 2016 lagen die Einnahmen bei 4,8 Milliarden Euro. Entscheidend dafür sind die Verträge mit den TV-Sendern, deshalb auch könnte der Verzicht auf Zuschauer in Tokio durchaus zu verschmerzen sein.

STIMMUNG IN DEN VERBÄNDEN: Die Athleten und Verbände drängen nahezu einstimmig auf eine Austragung der Spiele - auch ohne Publikum. Die Sommerverbände sind zu einem großen Teil von den Geldern des IOC abhängig, so bekommt der Internationale Tischtennis-Verband ITTF für vier Jahre 18 Millionen Euro vom IOC. Das macht 20 Prozent des Gesamtetats aus. (jph/dpa)

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