Kleiner Schlagabtausch am Dienstagmorgen in der Abgeordnetenkammer: Es ging um eine Frage, die die ganze Feinheit der Identitätsfragen in Belgien offenlegt. Premierminister Bart De Wever (N-VA) erklärte, eine zeitliche Begrenzung des Arbeitslosengeldes wäre gut für Wallonen, Flamen und – wie er auf Deutsch hinzufügte – auch für die Deutschsprachigen.
Der DéFI-Abgeordnete François De Smet konterte: „Herr De Wever, die Deutschsprachigen sind auch Wallonen.“ Der anwesende deutschsprachige Abgeordnete Luc Frank (CSP/Les Engagés) habe „sichtlich irritiert“ reagiert, schreibt die Brüsseler Tageszeitung „Le Soir“ (Online-Ausgabe). Bart De Wever nutzte die Steilvorlage sofort: „Jetzt sind die Deutschsprachigen also Wallonen! Das ist kulturelle Aneignung, Herr De Smet! Die alte FDF (Vorgängerpartei von DéFI, A.d.R.) ist zurück!“ Und er fügte hinzu: „In dem Fall kann ich auch sagen, dass die Frankophonen aus der Peripherie Flamen sind.“ François De Smet erinnerte daran, dass die deutschsprachigen Gemeinden zur Wallonischen Region gehören – doch das ließ De Wever nicht gelten: „Das haben Sie nicht gesagt, Sie haben gesagt, sie seien Wallonen“, beharrte er. „Das ist beinahe Kolonialismus“, urteilte der Premierminister. (sc)

Kommentare
Was heißt hier eigentlich "Deutschsprachigen"? Ich lese nichts von Flämisch- und Walonischsprachigen, sondern nur von Flamen und Walonen.
Eben, Flamen sind keine Niederländer, Wallonen keine Franzosen, und wir sind keine Deutsche
Ich schlage der DG vor, einen Wettbewerb für eine Namensfindung der Ostbelgier zu starten und einen Preis auszusetzen..
In Wallonen und Flamen kommt weder französisch noch niederländisch vor also braucht das Wort deutsch auch nicht vorzukommen.
Ich schlage schon mal einige vor: die Teutonen, oder die Degeler, oder Ostler, nicht Obstler, obwohl hier das B für Belgien stehen könnte, Ostonier, Estonier für Estonie gibt es schon...
Herr Haep, ich habe mal die KI gefragt, wenn man den Anfangsbuchstaben jeder Gemeinde nimmt kommt folgendes raus :
BLABBERKS (umgangssprachlich für jemanden, der viel "blabbert", allerdings unüblich).
Passt doch
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