Bürgermeister Güsting zur Schule Lichtenbusch: „Viele Aspekte spielen eine Rolle“

<p>Übergabe der Petition am Mittwoch an Bürgermeister Erwin Güsting und andere Vertreter des Rates.</p>
Übergabe der Petition am Mittwoch an Bürgermeister Erwin Güsting und andere Vertreter des Rates. | Foto: Ralf Schaus


Herr Güsting, wie stehen Sie zu der Aktionswoche des Lichtenbuscher Elternrates?


Es gibt keinen Grund für solche Aktionen und ich weiß nicht, wodurch sie angestoßen wurden. Die Entscheidungen, ob und wie und was man in Lichtenbusch letztendlich macht, ist noch in der Diskussion der Fraktionen im Gemeinderat – zumindest in zwei Fraktionen, denn die Opposition diskutiert nicht mit. Die CSL macht polemischen Buhei ohne jegliche Grundlage, ohne Vorschläge und konkrete Ideen. Sie sagen immer nur: Wir wollen eine Schule in Lichtenbusch.


Und was wollen Sie?


Ich bin intensiv damit beschäftigt, eine Lösung zu finden, in der alle Aspekte betrachtet werden. Es ist nicht damit getan, eine Wiese zu finden und eine Schule zu bauen. Bei solchen Entscheidungen spielen viele Aspekte eine Rolle.


Was macht die Komplexität aus Ihrer Sicht aus?


Es gibt einen wirtschaftlichen Aspekt: Man muss abwägen, ob es Sinn macht, in Eynatten zwei Schulen zu behalten, denn Lichtenbusch ist immer noch nur ein Weiler, der dem Dorf Eynatten angehört. Außerdem spielt auch der pädagogische Aspekt eine Rolle. Man muss sich die Frage stellen, ob die Kinder aus einer größeren Schule nicht wesentlich mehr Nutzen ziehen könnten, als aus einer kleinen. Auch in Raeren gab es vorab mehrere Schulen und heute nur noch eine einzige. Diese Entscheidung war die richtige. Der emotionale Aspekt spielt in Lichtenbusch natürlich auch mit. All diese unterschiedlichen Aspekte werden intensiv diskutiert. Wir werden in absehbarer Zeit, alle Fakten, wenn wir sie vernünftig aufgearbeitet haben, in die Waagschale werfen und zu einer Entscheidung kommen.


Wie sieht es mit den Standorten in Lichtenbusch aus?


Das anfangs angedachte Areal am Totleger in Lichtenbusch ist in meinen Augen eigentlich wieder vom Tisch, denn basierend auf Rückmeldungen der Urbanismusbehörde, ist das die schlechteste Lösung. Es gibt jedenfalls bessere. Man hätte das gesamte Gebiet zwischen Totleger und Lichtenbuscher Straße und Raerener Straße von Bauerwartungsland im Sektorenplan in Bauland umwandeln müssen. Der Urbanismus verlangt ein Gesamtkonzept für das ganze Areal. Wir würden dadurch aber Bauland kreieren, das das Begehren von vielen Grundbesitzern an anderen Orten wecken würden. Nur eine Fläche für die Schule umzuwandeln, wollte der Urbanismus nicht.


Haben Sie noch ein anderes Ass im Ärmel?


Es gibt seit kurzer Zeit die Möglichkeit, Agrarland per Sondergenehmigung umzuwandeln in Land, das dann der Allgemeinheit dienen würde – für ein Seniorenheim, ein Krankenhaus oder eben für eine Schule. Solche Wiesen, nahe an der jetzigen Schule, gibt es. Wir sind aktiv, um in Betracht zu ziehen, dort eine Schule anzudenken. Auch diese Fakten fließen in die Entscheidung ein.


Wann fällt die Grundsatzentscheidung?


Erst wenn wir ausdiskutiert haben und eine Einigung gefunden haben. Das ist wirklich nicht leicht, weil die Ansichten weit auseinander gehen. Was wir in jedem Fall in diesem Jahr machen wollen, ist, in einer Projektankündigung bei der DG anzumelden, ob eine Schule in Lichtenbusch gebaut wird oder ein größerer Anbau in Eynatten oder beides. Fest steht: Das Kalb ist noch lange nicht versoffen. Wir dürfen die Entscheidung nur nicht auf die lange Bank schieben.


Der Elternrat hätte sich mehr Kommunikation gewünscht. Was sagen Sie dazu?


Ich bin sofort bereit, mit dem Elternrat zu debattieren, wenn die Fakten vernünftig aufgearbeitet sind, die eine Rolle spielen können. Ins Blaue zu diskutieren, ist kontraproduktiv. Erst wenn man alle wirtschaftlichen Zahlen und alle pädagogischen Vor- und Nachteile auf den Tisch legt, kann man zielorientiert reden. Erst dann macht ein Gespräch mit Elternschaft und Lehrerkollegium Sinn.


Vielleicht wollen die Betroffenen einfach mehr einbezogen werden.


Man darf unsere Vorgehensweise durchaus kritisieren. Aber ich bin der Ansicht, dass der Zeitpunkt für Diskussionen noch nicht gekommen ist, weil noch gar nicht alle Elemente, die erforderlich sind, um eine gute Entscheidung zu treffen, geklärt sind. Es ist noch zu früh. Ich verstehe aber auch die hochkochenden Emotionen seitens der Eltern. Wenn alle Elemente auf dem Tisch liegen, werden wir Eltern und Lehrer einbeziehen.


Der Vorwurf der Opposition lautet, bei der Schule in Hauset würde man wohl nie an eine Fusion denken.


Was die CSL als Argumente in den Raum wirft, ist aus meiner Sicht reine Polemik. In den Kommissionen kommen sie nie mit konkreten Vorschlägen, sondern tragen die Themen nur an die Presse. Das ist schlechte Kommunalpolitik.

(nawi)

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