Keine Bayern, keine Zurückhaltung: Quartett nimmt Titel ins Visier

<p>Marco Rose: „Jede Runde bringt dich näher ans große Ziel heran.“</p>
Marco Rose: „Jede Runde bringt dich näher ans große Ziel heran.“ | Foto: Photo News

Der Sehnsuchtsort Berlin ist nur noch zwei Schritte entfernt – und ohne den Rekordpokalsieger Bayern München reifen die Titelträume. Vor der Viertelfinal-Auslosung am Sonntag (18.30 Uhr/ARD) durch den Weltumsegler Boris Herrmann haben RB Leipzig, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und selbst der VfL Wolfsburg ihre gewohnte Zurückhaltung aufgegeben und den Pott am 13. Mai im Olympiastadion fest ins Visier genommen. „Die Bayern sind raus, Leverkusen ist raus. Natürlich sind noch Topmannschaften dabei, aber jede Runde mehr bringt dich näher ans große Ziel heran“, sagte der selbstbewusste Gladbach-Trainer Marco Rose nach dem 2:1-Erfolg beim VfB Stuttgart.

Am Niederrhein lechzt man nach dem ersten Titel seit dem Pokalsieg 1995. „Ich habe noch keinen Pokal geholt, deshalb ist es eben ein großer Traum. Wir haben in Gladbach die letzten Jahre so viel erreicht, jetzt wäre es eben schön, endlich mal was in die Höhe stemmen zu können“, sagte Sportdirektor Max Eberl und sprach angesichts der Konstellation für das Viertelfinale (2./3. März) von einer „großen Chance, um etwas Blechernem näher zu kommen“.

Werder Bremen ist der fünfte Bundesligist im Lostopf, dazu kommen der Bayern-Bezwinger Holstein Kiel, Jahn Regensburg und der Regionalligist Rot-Weiss Essen. „Das Pokalfinale 2019“, verriet Yussuf Poulsen nach seinem Doppelpack beim souveränen 4:0 von Leipzig gegen den Zweitligisten VfL Bochum, „war eines der geilsten Spiele meiner Karriere. Wir geben alles, um wieder dabei zu sein“.

Vor zwei Jahren unterlagen die Sachsen im Endspiel dem FC Bayern. Daher kommt es auch RB gelegen, dass der Topfavorit frühzeitig gescheitert ist. Er sei aber weit weg von Schadenfreude, versicherte Coach Julian Nagelsmann. Auch das knappe Ergebnis von Dortmund gegen den Zweitligisten SC Paderborn (3:2 n.V.) sei „eine kleine Warnung“. Er habe aber „auch das Gefühl, dass ich meine Jungs nicht warnen muss“. Denn den Leipzigern ist schon bewusst, dass die Chance auf den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte immer größer wird.

Der Pokal ist auch für den in der Liga von den Münchnern bereits abgehängten BVB die größte Möglichkeit auf einen neuen Briefkopf. Ihren seit dem Triumph 2017 andauernden Achtelfinal-Fluch beendete die Mannschaft von Trainer Edin Terzic aber nur mit viel Glück. Daher warnte Nationalspieler Emre Can davor, jetzt schon an Berlin zu denken. „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Das hat man schon bei einigen anderen großen Mannschaften in diesem Jahr gesehen.“ Deutlich offensiver geht der VfL Wolfsburg nach dem 1:0 gegen das Bundesliga-Schlusslicht Schalke 04 die Sache an. Die Wölfe sind hungrig auf ihren zweiten Pokalsieg nach 2015. „Wenn du am DFB-Pokal teilnimmst, kann es nur ein Ziel geben - und das ist der Pokalsieg“, sagte Trainer Oliver Glasner. (sid/tf)

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