Vorliegend möchte ich auf die Unsitte mancher eingehen, die denken sich im vermeintlichen Selbstbedienungsladen der demokratischen Grundrechte bedienen zu dürfen, dabei aber vergessen, dass diese, im Laufe der Jahrhunderte hart erkämpften Rechte, nicht als lose Stückware sondern nur in Kombination mit Verantwortung erhältlich ist. Ich denke dort insbesondere an die zuletzt häufig zitierte Meinungsfreiheit. Mir scheint dabei, dass das mit der Meinungsfreiheit zwingend einhergehende Verantwortungsbewusstsein zuletzt ein wenig verloren gegangen ist.
Es ist aber in Zeiten des „Geiz ist geil!“ nicht wirklich verwunderlich festzustellen, dass keinerlei Bereitschaft mehr besteht, die Kehrseite einer jeden Medaille zu akzeptieren. Wer also glaubt, für ein Kilo Rinderhack nichts mehr zahlen zu müssen, bei dem wird wohl auch kaum die Bereitschaft bestehen, Verantwortung für seine Meinungsäußerungen zu übernehmen. Wenn dies aber nicht mehr gegeben ist, ist Tür und Tor für das Breittreten jeglichen Schwachsinns geöffnet. Leider verliert dabei so mancher auch aus den Augen, dass die Tragweite der Äußerungen auf den neuen Medien nicht mehr die des Furzes im Hühnerstall ist, sondern auf Facebook und Co. jeder in unterschiedlichem Maße auch irgendwie zum Influenzer wird und potenziell Tausende erreicht.
Es sei daher an dieser Stelle daran erinnert, dass jegliche öffentliche Meinungsäußerung immer auch eine ethische, soziale, politische, zivilrechtliche und ja manchmal sogar strafrechtliche Verantwortung beinhaltet, welcher sich der Meinungsäußernde nicht entziehen kann. Insofern möchte ich dem Ausruf: „Darf man denn seine Meinung nicht mehr äußern?“ mit den Worten, „Dann trage auch die Verantwortung für deine Meinung“ begegnen. Wer dies beherzigt wird wahrscheinlich in den heutigen Zeiten wo weniges sicher, aber vieles ungewiss ist, zur Erkenntnis kommen, dass Reden oft Silber, aber Schweigen Gold ist.
Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren