Kelmis B meldet sich eindrucksvoll zurück

<p>Philippe Kroha überlupft HSV-Torwart Dennis Harth zur Kelmiser 1:0-Führung.</p>
Philippe Kroha überlupft HSV-Torwart Dennis Harth zur Kelmiser 1:0-Führung. | Fotos: David Hagemann

Über eine Woche lang hatte im Kelmiser Prinz-Philippe-Stadion kein Ball mehr über den Rasen gerollt. Sowohl die A- als auch die B-Mannschaft saßen nach Coronafällen in Quarantäne. Der taktischen Einstellung der Grün-Weißen konnte aber auch das Virus nichts abhaben. Die Union spielte munter ihren Stiefel der vergangenen Wochen herunter, wartete geduldig auf Fehler des Gegners im Mittelfeld, um dann blitzschnell umzuschalten – und hatte erstmals damit Erfolg: „Wir haben die letzten drei Spiele schon so agiert. Sart, wo wir unser System zum ersten Mal so umgesetzt haben, ist ein sehr hoch stehender und offensiver Gegner, da hat es eigentlich gut geklappt. Da haben wir nur wegen eines Eigentores verloren. Und gegen Battice war es dasselbe Bild, da hätten wir ein Unentschieden verdient gehabt“, erklärte Abwehrmann Colin Blezer, der sich nach den beiden 0:1-Niederlagen nun über einen deutlichen Sieg freuen durfte.

Immer wieder lauerten die Kelmiser wie hungrige Wölfe auf einen Honsfelder Fehler, um dann mit Philippe Kroha, Pierre Kever und William Belle direkt auf volle Offensive umzuschalten. Das funktionierte nach zehn Minuten zum ersten Mal, als Kroha per langem Ball auf die Reise geschickt wurde und kalt über HSV-Torwart Dennis Harth lupfte, 1:0. Und nach einem weiteren Kroha-Versuch und einem Pfostenschuss von Belle, schoss Tristan Claes mit einem Schuss aus 40 Metern das überfällige 2:0 (62.). „Kelmis hatte einen Plan, den es zu 100 Prozent durchgezogen hat“, musste Honsfelds Trainer Pascal Jost anerkennen: „Das haben sie richtig stark gemacht, und ihre Rechnung ist aufgegangen. Wir hatten es schwer, Lösungen zu finden.“

Dann aber nahm Honsfeld das Spiel plötzlich unter Kontrolle. Kelmis schaltete einen Gang zu viel herunter und leistete sich einen unverzeihlichen Fehler: Daniel Henkes im Strafraum unbedrängt zum Kopfball kommen zu lassen, 1:2 (67.). Glück für die Union, dass Torwart Olivier Degueldre einen eigens verschuldeten Elfmeter von Mauricio Valderrama bravourös parierte (72.), und Philippe Kroha wenig später auf 3:1 erhöhte. Zuvor bereits war ein Tor von Dzenan Musovic wegen Abseits zurückgepfiffen worden.

Jost: „Die Defensive ist der Aspekt, in den wir mehr investieren müssen.“

„Der gehaltene Elfmeter war der Wendepunkt im Spiel und der Knick für Honsfeld. In den vergangenen Wochen stand das Glück nicht auf unserer Seite, diesmal wohl. Das war das Resultat, das wir mit dieser Taktik verdienen“, freute sich ein heiserer Blezer. „Ich kommuniziere als Abwehrspieler viel und laut mit den Kollegen im Mittelfeld und sage ihnen, wo sie hinmüssen. Und es war kalt“, schmunzelt er, nachdem Pascal Nzuzi den deutlichen Heimerfolg durch sein 4:1 perfekt gemacht hatte (87.).

„Wir waren eigentlich gut zurück ins Spiel gekommen. Angesichts des Elfmeters hätte es 2:2 stehen müssen. Dann hätte die Situation ganz anders ausgesehen. Wir haben dann hinten aufgemacht und offensiv auf Risiko gespielt, um noch einen Punkt zu holen. Kelmis hat super stark gekontert“, bedauerte Pascal Jost, der in der Defensive das Hauptaufgabenfeld sah: „Wir waren nicht sattelfest. Das hatte ich bereits in den vorigen Spielen, in denen wir dennoch ein Unentschieden oder einen Sieg eingefahren hatten, bemängelt. Das ist der Aspekt, in den wir mehr investieren und wo wir uns verbessern müssen.“

So feierten die Kelmiser bei ihrer Rückkehr auf den Platz einen deutlichen Heimsieg: „Es war unsere Motivation, das letzte Spiel vor der Unterbrechung – sollte sie denn kommen – zu gewinnen, um mit einer positiven Note zu enden“, sagte Blezer am Samstagabend.

<p>Olivier Degueldre rettete die Kelmiser Führung mit einem gehaltenen Elfmeter.</p>
Olivier Degueldre rettete die Kelmiser Führung mit einem gehaltenen Elfmeter.

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