„Wir werden versuchen, die Saison durchzuziehen“: Das versicherte Gerhard „Camillo“ Löfgen dem GrenzEcho am Freitagmittag. Der Verband wolle mit aller Macht die Durchführung der Saison gewährleisten – und das bis zum letzten Spieltag, so der ostbelgische Vertreter im Lütticher Provinzialkomitee.
Gerhard Löfgen, kommt das Provinzialkomitee aufgrund der anhaltenden Absagen allmählich ins Schwitzen?
Nein. Wir hoffen alle, dass die Zahl der Absagen nicht weiter zunimmt, und wir die Saison normal beenden können.
Welchen Standpunkt vertreten Sie denn?
Das Problem ist, dass die wallonische Sportministerin (Valérie Glatigny, A.d.R.) meiner Meinung nach etwas übertrieben hat. Im Profifußball sind sieben Coronafälle im Kader erlaubt und bei den Amateuren in Flandern fünf. In der Wallonie wird das Spiel bereits bei einem Fall sofort abgesagt. Das ist für mich zu niedrig. Gut ist die neue Regelung, nach der der Betroffene nur sieben Tage lang in Quarantäne muss und somit nur ein Spiel abgesagt wird, und nicht mehr zwei.
Sie fordern also eine Absage erst ab mehreren Fällen in der Mannschaft?
Auf jeden Fall. Ich würde es so machen wie in Flandern, also bei fünf Fällen. Zudem darf eine A-Mannschaft immer noch spielen, wenn bei der „B“ jemand positiv getestet wurde, und beide Mannschaften beim Training auf dem Platz oder in der Kabine keinen Kontakt hatten. Jedoch braucht man nicht drumherum zu reden, dass in der Kantine danach allemal beisammenstehen. Ich möchte nicht sagen, dass der Fußball wichtiger als die Sicherheit der Leute ist. Aber ich glaube, dass es nicht mehr viele Leute gibt, die nicht irgendwann einmal mit einem Infizierten Kontakt hatten. Der Ball liegt da aber nicht bei der ACFF (der wallonische Amateurfußballverband, A.d.R.). Wir haben uns dem ministeriellen Beschluss anpassen müssen.
Der Verband bzw. die Provinzkomitees wollen also mit aller Macht die Saison durchführen?
Natürlich. Auf der einen Seite gibt es zwar Vereine, die Freunschaftsspiele besser finden würden, da sie ihre Spieler dann nicht zu bezahlen brauchen und sparen könnten. Sicher ist aber auch, dass es einige Klubs ohne Meisterschaft aufgrund der finanziellen Einbußen sehr schwer bekommen würden. Wir werden auf jeden Fall versuchen – und da sind wir uns in Lüttich allemal einig – die Saison durchzuziehen.
Gibt es denn für den Fall der Fälle einen Plan B?
Mit der Absage eines einzelnen Spieltags können wir noch leben. Aber wenn jede Woche noch mehr Fälle und Absagen hinzukämen, wird wohl irgendwann eine Entscheidung fallen. Daran denken wir aber noch nicht. Einen Plan B gibt es aktuell nicht. Und falls die Saison tatsächlich abgebrochen werden müsste, gehe ich davon aus, dass es eine „Saison Blanche“ wird – also ohne Absteiger und Aufsteiger. Wir werden ein solches Szenario auf keinen Fall erneut so handhaben wie im Frühjahr.

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