Eine spitze Angelegenheit: Nägel bremsen „Eifelbiker Ostbelgien“ im Wald aus

<p>Eine böse Überraschung im Unterholz: Auf einem Pfad in einem Waldstück von Ligneuville wurden Nägel aller Wahrscheinlichkeit nach mutwillig in mehrere Wurzeln geschlagen, um Radfahrer auszubremsen.</p>
Eine böse Überraschung im Unterholz: Auf einem Pfad in einem Waldstück von Ligneuville wurden Nägel aller Wahrscheinlichkeit nach mutwillig in mehrere Wurzeln geschlagen, um Radfahrer auszubremsen. | Foto: privat

Wenn sie kann, schwingt sie sich auf einen Drahtesel, und dann oft für mehrere Stunden: Daniela Dries aus Weywertz ist leidenschaftliche Radfahrerin und frönt ihr Hobby am liebsten im Kreise der „Eifelbiker Ostbelgien“ – einem Fahrradklub, der seit 31 Jahren in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wirkt.

Beim gemeinsamen Abspulen der Kilometer sind platte Reifen keine Seltenheit. Im Gegenteil. Gerade im Forst ist bei den Stahlrossfreunden immer mal wieder die Luft raus. So auch am Sonntag. Verantwortlich hierfür war aber nicht etwa ein lästiger Dorn, ein spitzer Stein oder einfach nur abgenutztes Fahrwerk, sondern Nägel. Nägel? Ja, Nägel. Eine gefährliche Angelegenheit, für alle, die nichtsahnend im Wald unterwegs sind.

Über die Gründe wie und warum die abgeknipsten Metallstifte den Weg in das Gehölz von Ligneuville gefunden haben, lässt aktuell sich nur mutmaßen. Für Daniela Dries liege es aber nah, dass dort jemand mutwillig versucht habe, das Befahren kleiner Pfade um jeden Preis zu verhindern – ohne Rücksicht auf Verluste. „Das geht gar nicht. Schließlich kann da sonst was passieren“, erklärt die 43-Jährige auf GrenzEcho-Nachfrage.

Ihren Unmut über die böse Überraschung, die ihr und ihren Biker-Freunden am Sonntag einige Plattfüße bescherte, hat sie auf Facebook kundgetan. Der Post auf dem sozialen Netzwerk hatte mächtig Sprengkraft. Binnen weniger Stunden wurden den ein paar Bilder der Nägel gepaart mit der Frage „Welcher Hornochse macht sowas?“ über 200 Mal geteilt – für ostbelgische Verhältnisse eine ansehnliche Hausnummer. Die Intention ihre Botschaft: Augen auf im Wald. „Überall kann mal was passieren. Mein Anliegen war es, die Leute auf das Problem aufmerksam zu machen, damit nicht noch etwas schlimmeres passiert“, sagt die Vizepräsidentin der „Eifelbiker Ostbelgien“.

Zur Anzeige sind die Nägel bislang noch nicht gekommen. Das liegt wohl auch damit zusammen, das hierzulande Mountainbiker immer wieder mal wider auf Abschnitten unterwegs sind, die für sie eigentlich tabu sind. Denn streng genommen ist das Fahrradfahren hierzulande nur auf Forst- und Waldstraßen bzw. -wegen erlaubt, wie Leiter der Forstdirektion Malmedy-Büllingen, Leo Schlembach, unterstreicht. „Eben dort, wo sich zwei Fahrradfahrer ohne Probleme kreuzen können.“ Auf schmalen Pfaden ist das „Biken“ indes verboten. Ausnahmen sind mit einer MTB-Markierung (einem blauen Dreieck mit zwei blauen Punkten) gekennzeichnet.

Jegliche Gefahren im Wald sollten umgehend dem Forstamt gemeldet werden.

Aber egal ob Straße, Weg oder Pfad eine Nagelfalle ist Leo Schlembach in seiner langen Zeit als Waldhüter noch in Erscheinung getreten. „So etwas habe ich hier noch nie gesehen – und ich bin jeden Tag im Wald“, gibt der Förster auf Nachfrage zu verstehen.

Auch die „Eifelbiker“ haben in den hiesigen Wäldern bis dato noch nie eine so gefährliche Entdeckung gemacht. „Wir hoffen, das kommt auch nicht wieder vor.“ Und sollte es doch passieren, sollten sie, wie am Sonntag auch, zum Telefon greifen und die jeweilige Gefahr umgehend dem zuständigen Forstamt melden. Dieses würde dann schnellstmöglich der Gefahrenquelle den Garaus machen, wie Leo Schlembach erklärt.

Foto: privat

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