Der Kampf gegen das Virus: Darum ist Vernunft jetzt systemrelevant

<p>Damit ein Zusammenleben in Belgien möglich ist, braucht es Vernunft, schreibt GE-Redakteur Carsten Lübke.</p>
Damit ein Zusammenleben in Belgien möglich ist, braucht es Vernunft, schreibt GE-Redakteur Carsten Lübke. | Foto: belga

Lob bekommen Premierministerin Sophie Wilmès (MR) und ihre Mitstreiter dafür allerdings nicht. Warum auch. Je erfolgreicher die Politik ist, die Verbreitung des Virus einzudämmen, umso stärker fühlen sich all jene bestätigt, die die Maßnahmen von Anfang an für übertrieben gehalten haben.

Keine Frage: Belgiens Regierung hat nicht alles richtig gemacht. Und ja, es wurden Verordnungen erlassen, die unsere Grundrechte extrem zurückstutzen. Diese Maßnahmen sollen aber nicht weniger als Leben retten. Eine demokratische Selbstverständlichkeit, die in anderen Ländern, wie beispielsweise Brasilien, den USA oder Ungarn, aktuell nicht existent ist.

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Kommentare

  • Ein von Vernunft und Verantwortung geprägter Kommentar, Herr Lübke.
    Bravo!

  • „Und genau hier sind mündige Bürger gefragt. Eben diejenigen, die es akzeptieren, dass wir bis zur Entdeckung eines Impfstoffes in einigen Monaten auf Sparflamme miteinander leben müssen.“ Entweder ist Carsten Lübke der deutschen Sprache nicht mächtig, oder ihm fehlt das Verständnis für den demokratischen Diskurs. Ich vermute das erstere, weil er wohl sagen wollte, dass er der Meinung sei, dass es sinnvoll wäre, bis zur Entdeckung eines Impfstoffes einige Monate lang auf Sparflamme zu leben.
    Er mag für diese Meinung, die ich ganz und gar nicht teile, seine ureigenen guten Gründe haben, die sich aus den ihm vorliegenden Informationen, seiner eigenen Lebenserfahrung, seinem Intellekt und dem Aufwand, den er diesem Thema gewidmet hat, speisen.
    Dass er aufgrund seiner noch so reiflich überlegten Meinung nun aber zu dem Schluss kommt, dass alle Bürger, die seine Meinung nicht teilen, notgedrungen „unmündig“ seien, kann er doch wohl nicht allen Ernstes behauptet haben wollen. Wenn doch, dann schafft er genau die Gräben, die er in seinem Leitartikel mit Nachdruck verhindern möchte.
    Denn mit seiner Aussage spricht er demjenigen, der seine Meinung nicht teilt, pauschal die Mündigkeit ab. Der Andersdenke hat laut Herrn Lübke nicht etwa auch seine guten Gründe, die sich aus den ihm vorliegenden Informationen, seiner eigenen Lebenserfahrung, seinem Intellekt und dem Aufwand, den er diesem Thema gewidmet hat, speisen.
    Wie stellt er sich denn einen demokratischen Diskurs vor, wenn der Eine dem anderen die Mündigkeit abspricht, die er selber für sich in Anspruch nimmt? Es wäre in etwa so, als würde ein CSP-Wähler den Vivant-Wähler als unmündig erklären, nur weil dieser nicht die CSP wählt.
    Übrigens bezgl. des sachlichen Inhalts seiner Aussage stößt mir bitter auf, dass er die drastische Beschneidung der Grundrechte lapidar als „auf Sparflamme leben“ verharmlost. Ich finde es keineswegs eine Kleinigkeit, wenn z.B. den Schülern und Studenten der Präsenzunterricht verwehrt wird. Wenn es Herrn Lübke nach ginge, müssten wohl die Universitäten geschlossen bleiben, bis ein Impfstoff „in einigen Monaten (!?)“ gefunden wird. Oder wie will er das „Abstandhalten“ in vollen Hörsälen, Pendlerzügen, in Wohngemeinschaften mit Studenten aus aller Herren Länder, oder bei Gruppenarbeiten, etc. organisieren? Und was schlägt er vor, wenn’s doch einige Jahre braucht, bis die heilsbringende Impfung Realität wird?

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