Radermacher und Peak haben sich im Bier gefunden

<p>Victor und Perine Ernst sowie Line und Bernard Zacharias stellten die ersten Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit vor.</p>
Victor und Perine Ernst sowie Line und Bernard Zacharias stellten die ersten Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit vor. | Foto: Klaus Schlupp

Pils und Korn bilden in Norddeutschland ein Herrengedeck. Was aber kommt heraus, wenn Brauerei und Brennerei nicht erst auf dem Tresen aufeinandertreffen, sondern bereits in der Produktion? Und was wäre, wenn es sich dabei nicht um schnödes Pils und Korn handelt, sondern um durch edle Brände imprägnierte Eichenfässer und ein nach allen Regeln der Kunst gebrautes und veredeltes Spezialbier?

Der Alkoholgehalt stieg von neun bzw. 8,5 Prozent auf 10,5 %.

Die Brennerei Radermacher und die Brauerei Peak haben sich zusammengetan, um zwei Biere zu erschaffen. „Wir passen einfach gut zusammen“, sagt Brenner Bernard Zacharias. Schließlich sind beides mittelständische, in der Region verwurzelte Unternehmen, die bestrebt sind, auf ihren Gebieten Besonderes zu leisten. Der Brenner hat die Fässer gegeben. Denn in diesen amerikanischen Eichenfässern gelang einst Bourbon-Whisky zur Reife. Zacharias hat sie dann für seinen Rum 1836 gekauft. Inzwischen haben die Fässer so viel Aromen der Edelbrände angenommen, dass es eigentlich Zeit war, diese auch im Bier zu verewigen.

Victor Ernst und seine Braumeister Martin Luthers und Maurice Collard haben die Fässer genommen und ihr bestehendes Winterbier und Triple vier Monate darin reifen lassen. Herausgekommen ist nicht nur ein höherer Alkoholgehalt, der von neun bzw. 8,5 Prozent auf stolze 10,5 Prozent gestiegen ist, sondern auch ein besonderes Aroma. „Vollmundig mit Aromen von Schokolade und Orange mit Rumnoten“, beschreiben die Brauer ihr Winterbier. Tatsächlich schon in der ersten Nase lässt sich Orange erriechen. Auf der Zunge kommen tatsächlich Rum und Schokolade dazu und machen das Bier rund. Hinzu kommt eine leichte alles andere als penetrante Süße und ein kräftiger Abgang. Bernard Zacharias empfiehlt das Bier zu Wildgerichten mit starken Saucen. Tatsächlich, zum weihnachtlichen Menü, etwa einem Rehbraten mit Preiselbeeren und Sahnesauce setzt dieses Winterbier den richtigen Akzent. Wer es ein wenig frischer und fruchtiger mag, der sollte das Triple probieren. Schon in die erste Nase steigt ein kräftiges Zitronen-Orangenaroma. Auch auf der Zunge bleibt die Orange die dominierende Note, die von etwas Zitrone und wenig Waldbeere umspült wird. Etwas Süße ist präsent, sie ist allerdings sehr zurückhaltend. Auch hier ist es ein Bier, das dem Gaumen schmeichelt und einlädt, sich damit zu beschäftigen und Aromen zu erspüren. Wer von den Bieren etwas ergattern möchte, muss sich allerdings sputen. „Die Biere sind nummeriert und limitiert“, sagt Victor Ernst von der höchstgelegenen Brauerei Belgiens. 2.000 Flaschen Winterbier und 3.000 Flaschen Triple jeweils in Dreiviertelliterflaschen harren darauf, geöffnet zu werden. Das Öffnen darf übrigens gerne verschoben werden, beide Biere sind lagerfähig, und wer weiß, was sich nach einer gewissen Zeit an neuem Geschmack offenbart. Wer sich nicht entscheiden kann, kann auch für 45 Euro eine Geschenkbox mit beiden Bieren nebst Gläsern erwerben, die in einer Beschützenden Werkstatt in Vielsalm hergestellt wurden.

Die Partnerschaft soll keinen Eintagsfliege sein.

Auch wenn beide Biere bald ausverkauft sein werden, eine Eintagsfliege soll die Partnerschaftnicht sein. „Wir sind beide regional verwurzelt und unsere Töchter sind im gleichen Alter“, sagt Zacharias. Tatsächlich, die junge Generation ist in beiden Betrieben schon voll im Geschäft, und man darf gespannt sein, was Line Zacharias und Perine Ernst an neuen Ideen für leckere Brände und neue Biere einbringen. (ks)

Das Bier ist in der Brauerei und an ausgewählten Verkaufsstellen erhältlich. Flasche 15 €, Geschenkbox 45 €.

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