Dass sie das nötige Rüstzeug besitzt, um Gipfeltreffen auszusitzen, hat Angela Merkel oft genug und nicht selten in Brüssel bewiesen. Auch dass sie die Männer um sich herum mit eiserner Hand dorthin schiebt, wo sie sie gerne hätte – dafür hat sie bereits vor 15 Jahren das Gesellenstück geliefert, als sie aus den Rauchschwaden nach Helmut Kohls Verglühen als der neue Stern hervorging, den viele kolossal unterschätzt hatten. Jetzt hat Merkel in Brüssel erneut unter Beweis gestellt, dass der berühmte belgische Kompromiss eigentlich nach ihr umgetauft werden müsste. Genau das gibt Anlass für böse Befürchtungen mit Blick auf die jetzt verlängerten Brexit-Verhandlungen.