Das Superwahljahr 2024 ist zu Ende: Am Sonntag haben die Kommunalwahlen im südlichen Landesteil die Tendenzen, die sich bei den Föderal- und Regionalwahlen im Juni abgezeichnet hatten, bestätigt. Doch die meisten PS-Bastionen haben dem Ansturm von MR und Les Engagés (LE) standgehalten.
Pünktlich und ohne Pannen in den Wahllokalen konnten am Sonntag die Stimmen im Lontzener Gemeindehaus ausgezählt werden. Das Resümee: Es gibt einen klaren Wahlgewinner und einen klaren Verlierer.
„Was niemand für möglich gehalten hat, ist heute passiert. Wir haben Geschichte geschrieben.“ Mit diesen Worten feierte Guy D’haeseleer am Sonntagabend den Wahlsieg seiner Liste Forza Ninove, die in der ostflämischen Stadt Ninove die absolute Mehrheit erzielte. Er wird der erste Bürgermeister des rechtsextremistischen Vlaams Belang. „Die Stimme des Wählers ist stärker als der Cordon sanitaire“, so D’haeseleer.
Lange Zeit hat man warten müssen, aber um 20.45 Uhr stand endlich das Wahlergebnis in der Gemeinde Weismes fest. Die Liste Volonté Commune geht als eindeutiger Sieger hervor und hat mit 63,37 Prozent der Stimmen ein sicherlich überraschendes Ergebnis erzielt.
Der Wähler hat in Büllingen eine deutliche Sprache gesprochen und die Liste um Schöffe Michael Schmitt abgestraft. Großer Wahlsieger ist die Liste „Büllingens DNA“. Neuer Bürgermeister und Nachfolger von Friedhelm Wirtz wird Rainer Stoffels.
„Wir haben in den letzten Tagen viele positive Rückmeldungen bekommen, aber aus dem Stand so ein Resultat - das ist schon eine große Überraschung.“ Nicht nur Werner Henkes, der wohl aller Wahrscheinlichkeit nach der nächste Bürgermeister von St.Vith wird, war nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in St.Vith einen Moment sprachlos.
Die Kommunalwahl hat in Eupen zwei strahlende Gewinner hervorgebracht: Neben der CSP, die einen Sitz hinzugewinnt und damit ihre Position als stärkste Kraft weiter ausbauen konnte, holte die neue Offene Bürgerliste (OBL) aus dem Stand vier Sitze. Im Gegenzug ließen alle Mehrheitsparteien Federn. Vor allem die Liberalen dürfen sich als Wahlverlierer fühlen.
In der Gemeinde Bütgenbach wird in den kommenden sechs Jahren die 17-köpfige Einheitsliste “Zukunft im Blick” um den bisherigen und neuen Bürgermeister Daniel Franzen die politischen Geschicke leiten. Das hat die Bevölkerung bei den Kommunalwahlen am Sonntag bestätigt.
In Raeren hat die Liste CSL um den aktuellen Bürgermeister Mario Pitz die Kommunalwahl im Töpferdorf gewonnen. Die CSL sicherte sich sogar noch zwei Sitze mehr und wird damit neun Mandatare stellen. Hinzu kommt, dass CSL-Spitzenkandidat Mario Pitz ein persönliches Traumergebnis einfuhr. Direkt nachdem die Wahlergebnisse bekannt waren, begannen im Gemeindehaus die ersten Gespräche. Noch am Abend deutete sich eine mögliche Koalition aus CSL, Ecolo und SPplus an.
Der Wahltag brachte in Kelmis einen klaren Sieger hervor: Daniel Hilligsmann und seine freie Bürgerliste Elan gewannen auf Anhieb acht Sitze und leiteten damit einen politischen Umbruch in der Göhlgemeinde ein. Während Elan die Feierlichkeiten genoss, herrschte bei den Mehrheitspartnern CSP-Les Engagés und SP Offene Bürgerliste Kelmis Enttäuschung.
Die Wahl in der Gemeinde Burg-Reuland hat ein klares Ergebnis hervorgebracht: Die Liste Aktiv gestalten eroberte zehn von 13 Sitzen. Als neuer Bürgermeister tritt Alain Stellmann Anfang Dezember das politische Erbe von Marion Dhur an.
Von einer absoluten Mehrheit mit 13 Sitzen auf neun Sitze im neuen Stadtrat: Man kann schon von einem kleinen Erdrutsch für die Liste NBA des (noch) amtierenden Bürgermeisters Herbert Grommes sprechen, wenn man das Wahlergebnis in St.Vith betrachtet. Strahlender Sieger ist Werner Henkes (Gemeinsam).
Nach den Wahlen läuft in Eupen alles auf eine Koalition von CSP und OBL hinaus. Allerdings muss es nicht unbedingt bei dieser Zweier-Kombination bleiben. OBL-Spitzenkandidat Nicolas Pommée machte am Sonntagabend keinen Hehl daraus, dass ihm eine „stabile Mehrheit“ wichtig ist – und deshalb vielleicht auch noch eine dritte Kraft hinzustoßen könnte.
Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) hat die Kommunalwahl in Antwerpen, der größten Stadt Flanderns, überzeugend gewonnen. Das erwartete Duell mit Jos D’Haese von der marxistischen PVDA blieb aus.
Im Norden Ostbelgiens sind bei den Kommunalwahlen am Sonntag auch die Gemeinderäte in den Nachbargemeinden der deutschsprachigen Kommunen gewählt worden.
Einen Monat nach der 0:2-Niederlage in Lyon wartet erneut der Angstgegner: In Brüssel treffen die Roten Teufel heute Abend (ab 20.45 Uhr) auf Frankreich. Seit 2015 gab es gegen den Nachbarn keinen Sieg mehr, „was auch eine Motivation sein kann“, so Nationaltrainer Domenico Tedesco.
Bevor es Sonntag zur Wahlurne ging, hatten die Jazzfans in Eupen an den beiden Vorabenden nicht die Qual der Wahl, sondern konnten aus dem Vollen schöpfen. Freitagabend gab es feinsten Flamenco-Jazz im Alten Schlachthof und am Samstag gastierten drei der besten belgischen Jazzmusiker mit frischen Interpretationen großer Jazzstandards im Jünglingshaus.
Die Handballsaison ist mittlerweile keine junge mehr, trotzdem wartet der HC Eynatten-Raeren immer noch auf seinen ersten Sieg. Dieses Wochenende trat das Team von Trainer Harold Nusser die Reise nach Sprimont an, wo es dem Aufsteiger mit 27:33 unterlag. Bereits zur Halbzeit befanden sich die Eynattener mit 16:20 im Hintertreffen.
Für die KTSV Eupen sollte es am Samstagabend einfach nicht sein: Nach dem Ertönen der Schlusssirene zeigte die Anzeigetafel einen Spielstand von 24:27 an. Wegen der unzähligen vergebenen Torchancen wäre da sicherlich mehr drin gewesen. Visé zieht somit in der Tabelle an der KTSV Eupen vorbei.
Wieder im Gleichschritt mit Recht statt alleine an der Spitze: Honsfeld stand sich bei der 0:2-Niederlage in Welkenraedt allzu oft selbst im Weg. Symptomatisch, dass selbst Toptorjäger Mehdi Ben Sellam einen Elfmeter verschoss.