Feuer in zugänglichen Gebieten unter Kontrolle
12.22 Uhr: In den für die Einsatzkräfte erreichbaren Teilen des Brandgebiets ist das Feuer inzwischen unter Kontrolle. Das teilten die Dienste des Lütticher Provinzgouverneurs am Montagmittag mit. Dies gelte insbesondere für die Brandfront, die sich zuvor in südöstlicher Richtung ausgebreitet hatte.
In einem für die Bodentrupps unzugänglichen Bereich gewann das Feuer während der Nacht dagegen weiter an Fläche. Dort übernehmen tagsüber erneut die Löschflugzeuge und Hubschrauber. Dank des günstigeren Windes und einiger Regenschauer blieb die Ausbreitung jedoch begrenzt.
„Wir hoffen, den Brand heute, morgen oder übermorgen unter Kontrolle zu haben“, erklärt der langjährige Leiter des Forstamtes Elsenborn, René Dahmen. Die Einsatzkräfte bleiben weiterhin in voller Stärke vor Ort und passen ihre Maßnahmen laufend an die Wetter- und Brandentwicklung an.
Zwei Einsatzkräfte bei Löscharbeiten leicht verletzt
12.04 Uhr: Seit dem Ausbruch des Vennbrands am Freitag sind zwei Mitglieder der Rettungsdienste leicht verletzt worden. Das teilten die Dienste des Lütticher Provinzgouverneurs am Montag mit. Eine Einsatzkraft zog sich eine Verletzung am Rücken zu, eine weitere verletzte sich am Knöchel.
Nach vier Tagen ununterbrochener Löscharbeiten macht sich bei den Feuerwehrleuten zunehmend Erschöpfung bemerkbar. Die Möglichkeiten zur Erholung seien „schwierig, um nicht zu sagen inexistent“, erklärt der Vorsitzende des Kgl. Verbandes der Feuerwehren, Marc Gilbert.
11:30 Uhr: Straßensperren zwischen Bütgenbach und Eupen
Wegen der anhaltenden Löscharbeiten im Hohen Venn bleiben mehrere wichtige Verbindungen zwischen Bütgenbach und Eupen gesperrt. Betroffen sind die Strecken über Sourbrodt und über Monschau – jeweils in beiden Fahrtrichtungen. Auch die Verbindung über die Gileppe ist weiterhin nicht befahrbar.
Die Gemeinde Bütgenbach verbreitete die Informationen am Montag über ihre sozialen Netzwerke. Demnach ist Eupen von Bütgenbach aus weiterhin über Weismes und Malmedy sowie anschließend über die Autobahn erreichbar. Da sich die Verkehrsführung je nach Entwicklung des Brandes kurzfristig ändern kann, sollen Verkehrsteilnehmer die Beschilderung beachten und den Anweisungen der Einsatzkräfte folgen.
Feuerwehrverband beklagt fehlende Mittel
11.05 Uhr: Belgiens Feuerwehren sind nach Ansicht ihres Verbandspräsidenten Marc Gilbert finanziell nicht ausreichend für Großbrände wie im Hohen Venn gerüstet. Er fordert deshalb eine gemeinsame europäische Flotte von Löschflugzeugen. Auch die beiden Hubschrauber der belgischen Polizei reichten für einen solchen Einsatz nicht aus. Gilbert verlangt zudem deutlich mehr Berufsfeuerwehrleute. Derzeit zählt Belgien rund 6.000 hauptberufliche Kräfte und 12.500 Freiwillige. Dieses Verhältnis müsse umgekehrt werden. Außerdem fordert er eine Entschädigung für die Landwirte, die sich freiwillig an den Löscharbeiten im Hohen Venn beteiligen.
Deutschland schickt zwei Löschhubschrauber
10.14 Uhr: Die deutsche Bundeswehr unterstützt die Löscharbeiten im Hohen Venn mit zwei Hubschraubern des Typs NH90. Die Maschinen sollen noch am Montag zum Einsatz kommen und zunächst sieben Tage zur Verfügung stehen. Die Hubschrauber sind mit faltbaren Löschwasserbehältern ausgestattet. Damit können sie Wasser aus kleineren Gewässern aufnehmen und gezielt über den Flammen abwerfen. Pro Flug lassen sich bis zu 2.000 Liter Wasser transportieren. Deutschland hatte bereits am Sonntag Feuerwehrkräfte in das belgische Brandgebiet entsandt.
Francken will schwere Löschhubschrauber anschaffen
10.01 Uhr: Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) spricht sich angesichts des Vennbrands für den Kauf schwerer Chinook-Hubschrauber aus. Derzeit unterstützen Maschinen dieses Typs aus den Niederlanden die Löscharbeiten. Die Anschaffung sei bereits in der Strategischen Vision der Verteidigung vorgesehen, werde aber wegen der amerikanischen Hersteller politisch kritisch gesehen, erklärte Francken auf der Plattform X. Belgien erhält derzeit außerdem 20 leichtere Airbus-Hubschrauber des Typs H145M, die ebenfalls bei Naturbränden eingesetzt werden könnten. Dafür werden die Piloten allerdings noch ausgebildet. Im Hohen Venn stehen weiterhin sechs Löschfahrzeuge der Armee rund um die Uhr im Einsatz.
König Philippe besucht Sourbrodt
09.44 Uhr: König Philippe wird am Montag das Koordinationszentrum in Sourbrodt besuchen. Dort will er die Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer treffen, die an der Bekämpfung des Vennbrands beteiligt sind und für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen. Zuvor informiert sich der König im provinzialen Krisenzentrum in Vottem über die aktuelle Lage und die laufenden Maßnahmen. Seine Abreise aus Sourbrodt ist für 14.15 Uhr vorgesehen.
Feuer weiterhin nicht unter Kontrolle
07:51 Uhr: Der Waldbrand im Hohen Venn hat inzwischen schätzungsweise 3.200 Hektar erfasst. Vollständig unter Kontrolle ist das Feuer am Montagmorgen weiterhin nicht. Rund 500 Einsatzkräfte und mehr als 120 Fahrzeuge befinden sich im Brandgebiet.
Leichter Regen unterstützt die Löscharbeiten
07:22 Uhr: Die Wetterbedingungen haben sich am Montagmorgen etwas verbessert. Der Wind hat nachgelassen, die Luftfeuchtigkeit ist gestiegen und über dem Brandgebiet fällt leichter Regen. Das bremst die weitere Ausbreitung des Feuers. Für eine Entwarnung reicht der Niederschlag allerdings nicht aus. „Der Regen ist nicht ausreichend. Wegen der Hitze verdampft der Regen, bevor er den Boden erreicht hat“, sagte Nicolas Yernaux, Sprecher des Öffentlichen Dienstes der Wallonie, dem BRF. Der Regen helfe aber dabei, bislang nicht betroffene Flächen feucht zu halten. Auch der Wind bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Dieser sei „sehr launisch und wechselhaft – unvorhersehbar“, erklärte Yernaux.
Löschhubschrauber nehmen Einsatz wieder auf
07:20 Uhr: Mit Beginn des Tages werden die Löscharbeiten aus der Luft fortgesetzt. In der Nacht mussten die Flugbewegungen eingestellt werden, während die Einsatzkräfte am Boden weiter gegen die Flammen vorgingen. Am Sonntag waren sechs Luftfahrzeuge beteiligt, darunter zwei niederländische Chinook-Hubschrauber und zwei schwedische Löschflugzeuge. Im Laufe des Montags werden zwei weitere Hubschrauber aus Norwegen erwartet.
Feuer rückt nicht weiter zur deutschen Grenze vor
07:05 Uhr: Während der Nacht hat sich der Brand nach Angaben der Behörden in Monschau nicht weiter in Richtung Deutschland ausgebreitet. Derzeit werde nicht davon ausgegangen, dass die Flammen auf deutsches Gebiet übergreifen. Zeitweise war das Feuer bis auf etwa 300 Meter an die Grenze herangerückt. Zwischen der Brandfront und den ersten Häusern befinden sich Wiesen, die von den Einsatzkräften mit Wasser getränkt wurden.
Torfboden erschwert die Löscharbeiten
06:45 Uhr: Der Untergrund im Hohen Venn stellt die Brandbekämpfer vor besondere Herausforderungen. Unterhalb der Grasoberfläche kann das Feuer in den Torfschichten weiterglimmen. Dadurch können sich auch in bereits bearbeiteten Bereichen erneut Brandherde bilden. Am Sonntag hatte Nordwind das Feuer nach Angaben des Lütticher Provinzgouverneurs in südöstliche Richtung gedrückt. Dabei griffen die Flammen auch auf einen Fichtenbestand über, was die Löscharbeiten zusätzlich erschwert.
Rund 30 Menschen bei Monschau evakuiert
06.36 Uhr: In Ruitzhof und Geisberg bei Kalterherberg mussten am späten Sonntagabend etwa 30 Bewohner ihre Häuser verlassen. Betroffen waren insgesamt 17 Wohnhäuser. Grund waren die mögliche weitere Ausbreitung des Feuers und die starke Rauchbelastung. Die meisten Evakuierten kamen bei Freunden oder Verwandten unter. Vier Personen nutzten eine bereitgestellte Notunterkunft.
Belgien bittet Deutschland um Unterstützung
06.22 Uhr: Belgien hat am Sonntagnachmittag deutsche Feuerwehren um Hilfe bei der Brandbekämpfung gebeten. Während der Nacht wurde Löschwasser von der Perlenbachtalsperre ins Einsatzgebiet gebracht. Zahlreiche Tankfahrzeuge waren dafür über Kalterherberg unterwegs.
Rückkehr nach Sourbrodt und Bütgenbach noch nicht möglich
06.05 Uhr: Die rund 600 Menschen aus Sourbrodt und Bütgenbach, die am Samstag vorsorglich ihre Wohnungen verlassen mussten, konnten am Sonntagabend noch nicht zurückkehren. Das Aufnahmezentrum im Sportzentrum von Malmedy bleibt geöffnet, solange die Evakuierungsmaßnahmen gelten. Die Ursache des Feuers ist noch nicht geklärt. Die Staatsanwaltschaft Lüttich hat Ermittlungen aufgenommen. (dpa/belga/calü)
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