In den Nächten vom 9. auf den 10. und vom 12. auf den 13. Juli ließ Thimister-Clermont Kalkmilch auf mehreren kommunalen Straßen verteilen. Die vorübergehende Maßnahme sollte verhindern, dass bei großer Hitze Bitumen an die Oberfläche tritt. Wenige Tage später bemerkte ein Bürger bei Messitert eine weißliche Färbung in zwei Wasserläufen. Ein Video wurde von Herbert Meyer, der aus Schönberg stammt, verbreitet. Er befürchtet, dass Kalkmilch über Straßenabläufe und die Kanalisation in die Gewässer gelangt sein könnte.
Nach Meyers eigenen Recherchen kann Kalkmilch den pH-Wert des Wassers erhöhen und dadurch Pflanzen, Mikroorganismen und Fische beeinträchtigen. Ablagerungen könnten zudem den Gewässergrund bedecken. Meyer betont jedoch, dass er weder Wissenschaftler noch Biologe sei. Er fordert, die möglichen Umweltfolgen vor weiteren Tests genauer zu prüfen.
Christophe Demoulin, Schöffe für öffentliche Arbeiten, kann einen Zusammenhang weder bestätigen noch ausschließen. Seit dem Ausbringen habe es nicht geregnet, und die Kalkmilch sei weiterhin auf den behandelten Straßen sichtbar. Demoulin verweist darauf, dass Kalkmilch ein zugelassenes und auch andernorts verwendetes Verfahren sei. Die weiße Schicht reflektiere Sonnenlicht und verlangsame die Erwärmung der Fahrbahn. Studien zu möglichen Umweltauswirkungen habe er selbst jedoch nicht geprüft.
In der Nachbargemeinde Herve wurde die Technik bisher nicht eingesetzt. Dort nutzt man auf aufgeweichten Straßenabschnitten Steinmehl und will vor einem möglichen Einsatz von Kalkmilch Fachleute konsultieren. (jj)

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