Als die Regierung De Croo und Engie 2023 eine Vereinbarung über die Verlängerung der Laufzeit erzielten, wurden die notwendigen Modernisierungsarbeiten an den beiden Reaktoren auf 1,6 bis zwei Milliarden Euro geschätzt. Aus einem Projektbudget, das Engies belgische Tochter Electrabel im Oktober vergangenen Jahres eingereicht hat, geht nun hervor, dass die Kosten deutlich gestiegen sind.
Electrabel beziffert die Investitionen für Be-Nuc, das neue nukleare Gemeinschaftsunternehmen von Electrabel und dem belgischen Staat, inzwischen auf 2,14 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Studienarbeiten zur Laufzeitverlängerung, Investitionen sowie einmalige Wartungskosten, die nötig sind, um die beiden Reaktoren länger in Betrieb zu halten.
Der Betrag betrifft nur den Kostenanteil von Be-Nuc, das 90 Prozent der beiden Reaktoren hält. Die übrigen zehn Prozent gehören dem Energieunternehmen Luminus, einer Tochter des französischen Konzerns EDF. Luminus beteiligt sich als Minderheitsaktionär anteilig an den Kosten.
Die Kostenschätzung von Electrabel ist umstritten. Das Unternehmen hatte erreicht, dass es über zehn Jahre hinweg eine garantierte Rendite von sieben Prozent auf seine Investition erhält. Kritiker befürchten deshalb, dass Electrabel ein Interesse daran haben könnte, die Kosten für Be-Nuc möglichst hoch anzusetzen.
Nach einem Gutachten der Energieregulierungsbehörde Creg teilte Energieminister Mathieu Bihet (MR) im Dezember mit, dass die Regierung das von Electrabel vorgelegte Projektbudget ablehnt. (belga/rt)

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