„2029 werden wir die Wahlen gewinnen“, erklärte Bouchez vor Parteimitgliedern und Sympathisanten in Brüssel. Die Bürger würden seiner Ansicht nach letztlich jene politischen Kräfte belohnen, „die den Mut hatten, Verantwortung zu übernehmen“.
Der MR-Vorsitzende ging in seiner Rede auch auf die Proteste gegen die geplanten Reformen im Bildungswesen ein. Dabei schlug er versöhnliche Töne gegenüber den Lehrkräften an. „Ich möchte den Lehrern sagen, wie wichtig sie sind, wie groß unser Respekt für sie ist und dass unsere Tür immer offen stehen wird“, betonte Bouchez. Bildungsministerin Valérie Glatigny (MR) erhielt für ihre Reformpolitik viel Applaus aus dem Publikum.
Zugleich rief Bouchez die Parteimitglieder dazu auf, die Reformen weiterhin aktiv zu erklären und zu verteidigen. Die liberale Politik sei seiner Überzeugung nach der beste Garant für Freiheit und Wohlstand. „Die liberale Philosophie ist die einzige Philosophie in der Geschichte der Menschheit, die funktioniert hat“, sagte er.
Nach Ansicht des MR-Chefs beruht der Liberalismus auf Respekt, Eigenverantwortung und gemeinsam geschaffenem Wohlstand. Gleichzeitig warnte er vor drei Entwicklungen, die diese Werte bedrohten: übersteigertem Individualismus, religiösem Radikalismus und politischem Extremismus – sowohl von links als auch von rechts.
Für Einigkeit innerhalb des liberalen Lagers warb auch Frédéric De Gucht, Vorsitzender der flämischen Partei Anders. Obwohl MR auf föderaler Ebene die Regierung unterstützt und Anders in der Opposition sitzt, dürften sich die Liberalen keine internen Spaltungen mehr leisten, mahnte De Gucht. „Die liberalen Kräfte können sich den Luxus interner Konflikte nicht länger erlauben“, sagte er in Brüssel und forderte eine gemeinsame Front gegen den Populismus. „Diesen Kampf gewinnen wir gemeinsam – oder wir verlieren ihn einzeln.“
Die liberale Bewegung in Belgien blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie entstand 1846 bei einem Gründungskongress im Brüsseler Rathaus und gilt als älteste politische Partei Europas. Im Laufe der Jahrzehnte änderte sie mehrfach ihren Namen. Aus der Parti Libéral wurden auf frankophoner Seite zunächst PLP und PRL, bevor daraus die heutige MR entstand. Im niederländischsprachigen Landesteil entwickelte sich die Partei über PVV, VLD und Open VLD zur heutigen Partei Anders. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren