Deutlich weniger Bluttransfusionen in Belgien – Spenden bleiben jedoch dringend gefragt

<p>Vor einer Bluttransfusion wird einem Patienten immer Blut entnommen. Es wird auf verschiedene Werte untersucht, um das Blut zu finden, dass mit dem des Patienten weitgehend kompatibel ist.</p>
Vor einer Bluttransfusion wird einem Patienten immer Blut entnommen. Es wird auf verschiedene Werte untersucht, um das Blut zu finden, dass mit dem des Patienten weitgehend kompatibel ist. | Foto: picture alliance/dpa

Wurden vor 14 Jahren noch 45,8 Bluttransfusionen pro 1.000 Einwohner verabreicht, waren es 2024 nur noch 31,5. Die Entwicklung ist laut Experten vorwiegend auf einen bewussteren und gezielteren Einsatz von Blutkonserven zurückzuführen.

„Bluttransfusionen retten Leben, sollten aber nur dann eingesetzt werden, wenn sie wirklich notwendig sind“, erklärt die klinische Biologin Veerle Compernolle von der Genter Uniklinik gegenüber dem flämischen Rundfunk (VRT).

Grundlage dieser Entwicklung sind unter anderem neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Klinische Studien hätten gezeigt, dass Patienten oft erst bei niedrigeren Hämoglobinwerten als früher angenommen eine Bluttransfusion benötigen. Hämoglobin ist der Eiweißstoff in den roten Blutkörperchen, der Sauerstoff von der Lunge in den Körper transportiert.

Hinzu kommen Fortschritte in der Chirurgie. Während Operationen wird heute verstärkt darauf geachtet, Blutverluste möglichst gering zu halten. Das gelingt sowohl durch modernere Operationsmethoden als auch durch eine genauere Überwachung der Blutgerinnung während eines Eingriffs.

Trotz des rückläufigen Verbrauchs bleibt die Bereitschaft zum Blutspenden unverzichtbar. Gerade jetzt, kurz vor Beginn der Sommerferien, ruft das Rote Kreuz dazu auf, noch einmal Blut zu spenden. Erfahrungsgemäß sinkt hierzulande die Zahl der Spender während der Urlaubszeit deutlich.

Besonders gefragt sind derzeit Spender mit negativen Blutgruppen. Kritisch ist laut dem Roten Kreuz vorrangig die Versorgung mit Blut der Gruppe 0 negativ. Die Bestände befinden sich aktuell auf einem besorgniserregend niedrigen Niveau. (belga/calü)

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