René Opsomer wirbt in Bergamo für historischen Motorsport

<p>Opsomer in der Sonderprüfung auf dem Monte Poieto.</p>
Opsomer in der Sonderprüfung auf dem Monte Poieto. | Foto: privat

Ende Mai war René Opsomer zum neunten Mal in Folge beim Bergamo Historic Grand Prix am Start. Die Veranstaltung erinnert an den einzigen Grand Prix von Bergamo im Jahr 1935, den Motorsportlegende Tazio Nuvolari damals mit einem Alfa Romeo P3 gewann. Gefahren wird auf dem Circuito delle Mura, einem rund 2,9 Kilometer langen Rundkurs entlang der venezianischen Stadtmauern von Bergamo.

Der Kurs gilt als einzige mittelalterliche Rennstrecke der Welt. Ein Rennen im klassischen Sinne ist der Grand Prix allerdings nicht. Vielmehr handelt es sich um ein Schaulaufen historischer Rennfahrzeuge und Motorräder in der Oberstadt von Bergamo. „Ich wollte auch etwas Werbung für den Oldtimersport machen“, so René Opsomer. Der Eupener war dort mit einem Rennroller der italienischen Marke Rumi unterwegs. Mit einem solchen Fahrzeug hatten Giuseppe Foiadelli und Maurice Bois 1958 das 24-Stunden-Rennen Bol d’Or in der Kategorie 125 ccm gewonnen. Für Opsomer wurde die Teilnahme auch deshalb zu einem besonderen Moment, weil die Verbindung zur Geschichte vor Ort greifbar wurde: „Besonders erfreulich ist es, dass die Söhne von Giuseppe Foiadelli mit Kindern und Enkelkindern anwesend waren“, so der Präsident des RAMC Eupen.

<p>René Opsemer mit Kindern und Enkelkindern von Giuseppe Foiadelli</p>
René Opsemer mit Kindern und Enkelkindern von Giuseppe Foiadelli | Foto: privat

Nur wenige Tage später ging es für Opsomer weiter zur Valli Bergamasche beziehungsweise Valle Legend. Die Valli Bergamasche ist ein traditionsreiches Endurorennen im oberen Val Seriana in der Provinz Bergamo. Namensgebend sind die Bergamasker Alpen, die das Tal einschließen. Wegen ihres anspruchsvollen Kurses gilt die Veranstaltung als eine der härtesten Enduro-Prüfungen weltweit. Opsomer trat dort mit einer italienischen Gilera 124 Regolarita casa aus dem Baujahr 1971 an. Für René Opsomer wurde die Valle Legend zu einer echten Kraftprobe. „Nach knapp sieben Stunden, drei leichten Stürzen, 120 Kilometern und neun Sonderprüfungen konnte ich total erschöpft die Zielflagge sehen“, berichtet er. In seiner Klasse, 125 ccm vor Baujahr 1975, belegte er den dritten Platz.

<p>Bergamo Historic Grand Prix mit der René Opsomer (Nr. 69) in Aktion</p>
Bergamo Historic Grand Prix mit der René Opsomer (Nr. 69) in Aktion | Foto: privat

Sein Fazit fiel entsprechend kurz, aber eindeutig aus: „Ein Wahnsinnserlebnis.“ Mit seinen beiden Teilnahmen machte Opsomer zugleich auf eine Sparte des Motorsports aufmerksam, die weniger von Geschwindigkeit als von Geschichte, Technik, Ausdauer und Leidenschaft lebt.

Für den RAMC, der 2026 sein 100-jähriges Bestehen feiert, sind solche Auftritte auch ein Hinweis darauf, wie lebendig die Verbindung zwischen Motorsporttradition und aktiver Clubarbeit geblieben ist. (red/kupo)

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