Organisiert wurde die Aktion von einer breiten Koalition aus Bürgern, Vereinen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Gewerkschaften und Künstlern. Parallel dazu gab es ähnliche Proteste auch in Charleroi und Lüttich.
In Namur versammelten sich die Teilnehmer am frühen Nachmittag vor dem RTBF-Gebäude. Viele trugen weiße Masken und hielten Schilder mit der Aufschrift „Pas d'Eurovision avec Israël“ in die Höhe. In Redebeiträgen und Sprechchören wurde die Kritik deutlich formuliert – unter anderem mit Parolen wie: „Israel assassin, médias complices.“
Trotz der emotionalen Botschaften verlief die von der Polizei überwachte Demonstration ohne Zwischenfälle.
Hintergrund der Proteste ist die bestätigte Teilnahme Israels am ESC durch die Europäische Rundfunkunion. Die Organisatoren der Kundgebung verweisen darauf, dass mehrere Länder – darunter die Niederlande, Spanien und Slowenien – den Wettbewerb boykottieren, „angesichts schwerwiegender Verstöße gegen das Völkerrecht gegenüber dem palästinensischen Volk, insbesondere im Gazastreifen“.
Auch in Belgien hat die Debatte bereits Konsequenzen gehabt: Der Sänger Loïc Nottet zog seine Teilnahme am Wettbewerb zurück. Die RTBF kündigte daraufhin an, ihn durch die Künstlerin Essyla zu ersetzen, die mit dem Titel „Dancing on the Ice“ beim Eurovision antreten soll.
Für die Demonstranten reicht dieser Schritt jedoch nicht aus. Sie fordern, dass sich die RTBF vollständig aus dem Wettbewerb zurückzieht, solange Israel teilnimmt. (belga/calü)

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