Nach Übernahmegerüchten: Carrefour bekräftigt langfristiges Engagement in Belgien

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Carrefour hat auf die Verkaufsgerüchte reagiert. | Foto: belga

Das Unternehmen erklärte am Mittwoch, man sei „voll und ganz mobilisiert, um die Aktivitäten in Belgien langfristig weiterzuentwickeln“. Hintergrund sind Medienberichte, wonach der deutsche Investmentfonds Aurelius Interesse an einer Übernahme der belgischen Carrefour-Tochter zeigt.

Wie die Wirtschaftszeitungen „De Tijd“ und „L’Echo“ berichten, prüft Carrefour derzeit seine internationalen Aktivitäten – neben Belgien auch in Polen und Argentinien – vor dem Hintergrund eines zunehmend intensiven Wettbewerbs im Einzelhandel. Aurelius gilt dabei als möglicher Interessent und könnte die belgischen Aktivitäten gemeinsam mit der lokalen Führung übernehmen.

Der Konzern selbst hält sich zu möglichen Verkaufsplänen bedeckt. In einer Mitteilung verweist Carrefour darauf, dass die Überprüfung seines Portfolios im Rahmen des Strategieplans „Carrefour 2030“ abgeschlossen sei. „In all unseren Märkten liegt die Priorität darauf, die laufende Transformation fortzusetzen, die operative Leistung zu verbessern und ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen – im Interesse unserer Kunden und Partner“, heißt es.

Mit Blick auf Belgien unterstreicht der Konzern eine positive Entwicklung: „Die jüngsten Ergebnisse bestätigen die Fortschritte und die aktuelle Dynamik. Carrefour bleibt daher voll und ganz engagiert, seine Aktivitäten in Belgien langfristig auszubauen.“

Konkrete Aussagen zu möglichen Käufern vermeidet das Unternehmen jedoch.

Bei den Gewerkschaften stoßen die Berichte erneut auf Kritik. Wouter Parmentier von der flämischen Gewerkschaft ACV Puls spricht von unnötiger Verunsicherung für die Beschäftigten. „Solche Meldungen sorgen wieder für Unruhe, obwohl das nicht notwendig ist“, sagte er. Die belgische Geschäftsführung habe rasch reagiert und die Belegschaft informiert, dass derzeit kein Verkauf geplant sei.

Zudem verwies die Unternehmensleitung auf eine bis 2028 geltende Beschäftigungsgarantie, die erst kürzlich im Rahmen von Vereinbarungen mit den Gewerkschaften ausgehandelt worden war.

Carrefour betreibt in Belgien rund 40 Hypermärkte und 43 Supermärkte in Eigenregie. Hinzu kommen etwa 600 weitere Geschäfte, die von unabhängigen Betreibern geführt werden. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 10.000 Menschen im Land. (belga/calü)

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