Soldaten schützen jüdische Einrichtungen – Föderalpolizei bleibt federführend

<p>Soldaten patrouillieren im jüdischen Viertel Antwerpens.</p>
Soldaten patrouillieren im jüdischen Viertel Antwerpens. | F: belga

Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) und Innenminister Bernard Quintin (MR) verschafften sich am Dienstagabend an der Großen Synagoge in Brüssel ein Bild vom Einsatz und dankten den beteiligten Kräften. Insgesamt sollen in einer ersten Phase rund hundert Soldaten eingesetzt werden, später kann die Zahl auf bis zu 200 erhöht werden.

Die Truppen arbeiten unter Leitung der föderalen Polizei. Die Polizei bleibt federführend“, bestätigte der Generaldirektor der föderalen Polizei, Eric Snoeck. „Die Unterstützung durch die Armee hilft uns, unsere Personalstärke aufrechtzuerhalten“, betonte er. Nach den Standorten der jüdischen Gemeinschaft soll der Einsatz auch auf Bahnhöfe ausgeweitet werden oder zur Unterstützung im Kampf gegen den Drogenhandel dienen, hieß es.

Hintergrund der Maßnahme ist eine angespannte Sicherheitslage. Behörden verweisen auf zunehmende Gewaltkriminalität, darunter bandenbezogene Konflikte und den Einsatz schwerer Waffen. Zudem sehen Analysen der Dienststelle für Bedrohungsanalyse (KOBA) im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt ein erhöhtes Risiko für bestimmte Gemeinschaften. Besonders die jüdische Bevölkerung steht laut Regierung unter wachsendem Druck durch antisemitische Vorfälle. Der Einsatz der Armee soll daher nicht nur konkreten Schutz bieten, sondern auch das Sicherheitsgefühl in den Städten stärken. (belga/gz/sc)

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