Kein WhatsApp mehr: Belgische Beamte bekommen eigene App

<p>Neue Wege bei der Kommunikation: Die Föderalregierung setzt auf eigene App gegen Spionage.</p>
Neue Wege bei der Kommunikation: Die Föderalregierung setzt auf eigene App gegen Spionage. | Foto: picture alliance/dpa

Bislang nutzten viele Staatsbedienstete gängige Apps nicht nur privat, sondern auch für dienstliche Nachrichten – ein Umstand, der aus Sicht der Behörden erhebliche Sicherheitsrisiken birgt. Zum einen könnten Inhalte unter bestimmten Umständen von ausländischen Behörden eingesehen werden. Zum anderen existiert weltweit eingesetzte Spionagesoftware, die bekannte Messenger-Dienste angreifbar macht.

Genau hier setzt die neue Anwendung an. Beam wurde gezielt so entwickelt, dass solche Schwachstellen vermieden werden. Vor der Einführung wurde das System über Wochen hinweg von sogenannten „ethischen Hackern“ und spezialisierten Sicherheitsfirmen getestet – ohne Erfolg. Die App konnte nicht geknackt werden.

Ein weiterer Vorteil: Beam ist eine geschlossene Plattform. Zugang erhalten ausschließlich Nutzer mit einer gültigen Behörden-E-Mail-Adresse. Dadurch soll auch das Risiko von Phishing-Angriffen deutlich reduziert werden. Zudem werden sämtliche Daten nicht auf ausländischen Servern gespeichert, sondern in Rechenzentren innerhalb Belgiens.

„Es stimmt, dass Beam seit vergangener Woche von Mitarbeitern der Verteidigung, der Nachrichtendienste und verschiedener Behörden genutzt wird. Ab nächster Woche soll die App schrittweise ausgerollt werden, sodass langfristig alle Beamten sie für ihre berufliche Kommunikation nutzen können“, erklärt Brandon De Waele, Direktor der staatlichen IT-Firma BSC, gegenüber „Het Nieuwsblad“.

Langfristig sollen nicht nur föderale Dienste, sondern auch die Verwaltungen der Regionen und Gemeinschaften auf die neue App umsteigen. Ziel ist eine einheitliche, sichere Kommunikationslösung für den gesamten öffentlichen Sektor. (belga/calü)

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