Vorausschauende Pflegeplanung wird in Belgien selten in Anspruch genommen

<p>Gespräche über medizinische Wünsche am Lebensende werden in Belgien bislang nur selten geführt.</p>
Gespräche über medizinische Wünsche am Lebensende werden in Belgien bislang nur selten geführt. | Illustrationsbild: picture alliance / Benjamin Ulmer/dpa

Bei dieser Form der Beratung können Menschen mit einer Lebenserwartung von weniger als zwölf Monaten ihre Wünsche und Vorstellungen über künftige medizinische Behandlungen und Pflege besprechen.

Obwohl diese Gespräche seit 2022 von der Krankenversicherung erstattet werden, haben laut Angaben der Freien Krankenkassen in den vergangenen drei Jahren weniger als 2.000 Personen dieses Angebot in Anspruch genommen.

Zum Vergleich: Der Palliativpauschalbetrag, der für Patienten mit einer Lebenserwartung von weniger als drei Monaten vorgesehen ist, wurde im gleichen Zeitraum mehr als 10.000 Mal gewährt.

Den vorliegenden Daten zufolge beantragen Frauen häufiger eine solche Beratung als Männer – ihr Anteil liegt bei rund 60 Prozent. Zudem finden entsprechende Gespräche häufiger in Flandern statt als in Brüssel oder der Wallonie. Menschen in Pflege- und Seniorenheimen nutzen das Angebot ebenfalls öfter als Personen, die zu Hause leben.

Partenamut sieht in der geringen Nutzung einen Widerspruch zwischen Anspruch und Realität. „Diese Unterauslastung zeigt eher eine Lücke zwischen dem, was wir theoretisch für wichtig halten, und dem, was wir tatsächlich tun“, heißt es in der Mitteilung. Zwar werde der würdigen Betreuung am Lebensende große Bedeutung beigemessen, doch in der Praxis nehme man sich selten Zeit, solche Entscheidungen im Voraus zu besprechen.

Oft würden entsprechende Entscheidungen daher erst unter Zeitdruck vom medizinischen Personal oder von Angehörigen getroffen. (belga/rt)

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