Chaos in der belgischen Gruppe? Sportminister schließt Irans WM-Teilnahme aus

<p>Die iranische Fußballnationalmannschaft</p>
Die iranische Fußballnationalmannschaft | Foto: afp

„Seit dieses korrupte Regime unseren Führer ermordet hat, befinden wir uns nicht in der Lage, an dieser Weltmeisterschaft teilzunehmen“, sagte Donyamali in einem Interview im iranischen Fernsehen. Hintergrund sind die seit dem 28. Februar andauernden Luftangriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf Ziele im Iran. Bei diesen Angriffen kam auch der iranische Revolutionsführer Ali Khamenei ums Leben.

Der Sportminister sprach von einer schweren Lage für das Land. „Gegen den Iran wurden böswillige Maßnahmen ergriffen. Uns wurden innerhalb von acht oder neun Monaten zwei Kriege aufgezwungen und mehrere Tausend Menschen wurden getötet. Deshalb haben wir keine Möglichkeit, unter diesen Umständen auf diese Weise an der Weltmeisterschaft teilzunehmen“, erklärte er.

Bereits am Dienstag hatte auch der Präsident des iranischen Fußballverbandes Mehdi Taj Zweifel an einer Teilnahme geäußert. Beim Weltverband FIFA ist die Teilnahme des belgischen Gruppengegners dagegen weiterhin vorgesehen. FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte nach einem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump, dieser habe ihm versichert, dass die iranische Mannschaft „natürlich willkommen ist, am Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen“, trotz der aktuellen Spannungen. Sportlich hat sich Iran bereits für die Endrunde qualifiziert. Bei der Auslosung wurde das Team in Gruppe G eingeteilt. Dort trifft es auf die Nationalteams aus Belgien, Ägypten und Neuseeland. Alle drei Gruppenspiele Irans sind derzeit in den Vereinigten Staaten angesetzt.

Unterdessen sorgt auch die Situation rund um die iranische Frauen-Nationalmannschaft für Aufmerksamkeit. Australien hat nach Medienberichten inzwischen sechs Spielerinnen des iranischen Teams humanitäres Asyl gewährt. Eine siebte Spielerin entschied sich demnach, freiwillig in ihr Heimatland zurückzukehren. Die Mannschaft hatte zuletzt an der Asienmeisterschaft in Australien teilgenommen. Zweifel an der Sicherheit der Spielerinnen bei einer Rückkehr nach Iran waren aufgekommen, nachdem sie vor dem ersten Gruppenspiel gegen Australien die iranische Nationalhymne nicht mitgesungen hatten.(kupo/belga)

Kommentare

  • Würden die Länder, die für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, die Anerkennung des Völkerrechtes oder für jegliches regelbasiertes Zusammenleben von Ländern, Völkern und Menschen eintreten, diese Werte ernst nehmen, dürfte keines dieser Länder an der WM in Trumps USA teilnehmen.

    Ein Land, dessen Regierung all diese Werte mit Füßen tritt und mit korrupter und faschistoider Energie, den demokratischen Rechtsstaat in eine Kleptokratie und Oligarchie verwandelt und in den Autoritarismus führt, darf nicht Ausrichter einer Fußball WM sein.

    Wieso erkennen zumindest die Europäischen Regierungen nicht, dass sie sich mit einer Teilnahme an diesem Turnier zu Stiefelleckern eines sie verabscheuenden Kriminellen machen, der keinen Skrupel kennt, die Welt zu verbrennen, wenn es seinem unstillbaren Narzissmus und der Bereicherung seines Clans dient.

    Es gibt keine Alternative zu einem Boykott dieser WM, denn wohin es führt, wenn man den Sportlern diese Verantwortung aufbürdet, hat die WM in Katar gezeigt.

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