Das kündigte Hervé Jamar (MR), Gouverneur der Provinz Lüttich, am Montag auf einer Pressemitteilung an. Ziel des Projekts ist es, die Kommunikation in besonders kritischen Situationen zu verbessern – wenn jede Sekunde zählt.
Der Ablauf eines Notrufs bleibt zunächst gleich: Wer die 112 wählt, muss zuerst angeben, welche Hilfe benötigt wird – etwa Feuerwehr und Rettungsdienst oder Polizei. Neu ist nun ein zusätzlicher Schritt. Nachdem die medizinische Hilfe oder die Feuerwehr ausgewählt wurde, können Anrufer künftig auch festlegen, in welcher Sprache sie mit dem Operator sprechen möchten.
Gerade in Stresssituationen sei es wichtig, sich in der eigenen Sprache ausdrücken zu können. „Auf Anstoß des föderalen Innenministeriums wird das Verfahren verbessert, um Ihnen eine schnellere und präzisere Hilfe zu garantieren“, heißt es seitens der Provinz.
Besonders relevant für Grenzregionen
Das neue System dürfte besonders für Regionen mit mehreren Sprachgemeinschaften von Vorteil sein – etwa wie im Raum Verviers oder Ostbelgien.
Die Provinz Lüttich liegt in unmittelbarer Nähe zur Sprachgrenze, viele Einwohner leben oder arbeiten zudem in angrenzenden Regionen. Bisher konnte es deshalb vorkommen, dass Notrufe automatisch an eine Zentrale außerhalb der Provinz weitergeleitet wurden – etwa nach Limburg.
Mit dem Pilotprojekt soll sich das ändern. „Wenn Sie beispielsweise aus Limburg Hilfe der Feuerwehr oder medizinische Hilfe benötigen, können Sie künftig auch auf Französisch oder Deutsch betreut werden und werden sofort an einen französisch- oder deutschsprachigen Operator weitergeleitet“, erklärt Gouverneur Jamar.
Testphase in mehreren Provinzen
Das Projekt wurde bereits im Januar in den Provinzen Namur und Limburg gestartet. Nun kommt die Provinz Lüttich als dritte Testregion hinzu. Sollte sich das System in der Praxis bewähren, ist geplant, die Sprachauswahl beim Notruf 112 in ganz Belgien einzuführen.
Gerade für mehrsprachige Regionen wie die Deutschsprachige Gemeinschaft könnte diese Neuerung künftig einen wichtigen Beitrag leisten, um in Notfällen schneller und klarer kommunizieren zu können. (calü)

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