Jeder vierte Arbeitnehmer in Belgien leidet an Bluthochdruck

<p>Bei Vorsorgeuntersuchungen wird der Blutdruck gemessen: Eine Studie zeigt, dass viele Arbeitnehmer in Belgien unter erhöhten Blutdruckwerten leiden.</p>
Bei Vorsorgeuntersuchungen wird der Blutdruck gemessen: Eine Studie zeigt, dass viele Arbeitnehmer in Belgien unter erhöhten Blutdruckwerten leiden. | Foto: picture alliance/dpa

Den Daten zufolge hat lediglich ein Drittel der Arbeitnehmer einen normalen Blutdruck. Rund 44 Prozent bewegen sich bereits im Risikobereich mit erhöhten Werten. Bei 23 Prozent überschreitet der Blutdruck sogar den Grenzwert von 140 zu 90 Millimeter Quecksilbersäule – ein Wert, ab dem Ärzte von Bluthochdruck sprechen.

Besonders betroffen sind ältere Männer. Vor allem männliche Beschäftigte über 55 Jahre mit einem erhöhten Body-Mass-Index (BMI) zählen laut Studie zu den wichtigsten Risikogruppen. Insgesamt liegt der Anteil von Arbeitnehmern mit Bluthochdruck bei Männern bei 25 Prozent, während er bei Frauen bei 17 Prozent liegt.

Auch der Beruf spielt eine Rolle. Besonders häufig tritt Hypertonie laut Untersuchung in der IT-, Telekom- und Beratungsbranche auf: Dort leiden etwa 35 Prozent der Beschäftigten an Bluthochdruck. Im Baugewerbe liegt der Anteil mit rund 30 Prozent ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt.

Arbeitsmedizinerin Ella Haemers von Attentia sieht mehrere Ursachen: „Es spielt eine Kombination aus verschiedenen Faktoren eine Rolle, etwa familiäre Veranlagung, hormonelle Unterschiede und natürlich auch der Lebensstil“, erklärt sie. „Unsere Daten zeigen eine statistische Verbindung zwischen erhöhtem Blutdruck und Übergewicht.“ In Branchen mit besonders vielen Betroffenen sei häufig auch der durchschnittliche BMI höher. Zudem gebe es Zusammenhänge mit erhöhtem Stressniveau und Alkoholkonsum.

Dass gerade im Baugewerbe viele Arbeitnehmer betroffen sind, zeigt laut Haemers außerdem, dass körperlich anstrengende Arbeit nicht automatisch zu besserer Gesundheit führt.

Da Bluthochdruck oft lange Zeit ohne erkennbare Symptome bleibt, warnen Experten vor den möglichen Folgen. Unbehandelt steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich.

Attentia empfiehlt deshalb auch Arbeitgebern, stärker auf Prävention zu setzen. Dazu könnten etwa Spaziergänge während Besprechungen, gemeinsame Sportaktivitäten oder ein gesünderes Verpflegungsangebot im Unternehmen beitragen, um Bewegungsmangel und ungesunde Gewohnheiten zu reduzieren. (belga/calü)

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