Neuer Brüsseler Ministerpräsident räumt Sprachdefizite ein: „Ich bekenne mich schuldig“

<p>Boris Dilliès im Gespräch mit Journalisten</p>
Boris Dilliès im Gespräch mit Journalisten | Foto: belga

„Ich bekenne mich schuldig“, sagte der ehemalige Bürgermeister von Uccle. Seit rund 20 Jahren habe er die Sprache kaum noch aktiv genutzt. Damals sei er im privaten Sektor in einem niederländischsprachigen Unternehmen tätig gewesen. „Als ich das Unternehmen verließ, war es nicht außergewöhnlich gut, aber ich konnte mich zumindest durchschlagen – nicht so schlecht wie jetzt“, erklärte Dilliès selbstkritisch.

Am Samstag hatte der MR-Vorsitzende Georges-Louis Bouchez ihn überraschend für das Amt des Ministerpräsidenten nominiert. Nur kurze Zeit später musste sich Dilliès bereits den Fragen niederländischsprachiger Journalisten stellen. Seine zögerlichen und teils vagen Antworten sorgten schließlich für Kritik in der Presse.

„Wenn man eine Sprache überhaupt nicht mehr praktiziert, neigt sie dazu, zu verschwinden“, sagte Dilliès in dem Radiointerview. Zugleich betonte er: „Ich schulde den Brüsselern eine gute Beherrschung des Niederländischen. Das ist essenziell.“

Er habe inzwischen „eine Reihe von Mechanismen“ in Gang gesetzt, um sein Sprachniveau zu verbessern – nähere Details nannte er jedoch nicht. „Es wird schrittweise besser werden“, versprach er und bat um Verständnis für seine mangelnde Vorbereitung. Zwischen dem Moment, als er am Samstagmorgen gegen 7.15 Uhr von seiner Ernennung erfuhr, und den ersten Interviews um 8 Uhr habe schlicht die Zeit für eine sprachliche „Auffrischung“ gefehlt. (belga/calü)

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