Mehr als 400 verstorbene Belgier 2025 aus dem Ausland überführt

<p>Mehr als 400 verstorbene Belgier wurden im vergangenen Jahr aus dem Ausland zurückgeführt.</p>
Mehr als 400 verstorbene Belgier wurden im vergangenen Jahr aus dem Ausland zurückgeführt. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa

Wie in den vergangenen Jahren bleiben Spanien, Frankreich und Italien die wichtigsten Länder, aus denen verstorbene belgische Urlauber überführt werden. DELA stellt jedoch fest, dass die Erwartungen der Angehörigen hinsichtlich der Geschwindigkeit solcher Rückführungen deutlich gestiegen sind. „Für die Hinterbliebenen zählt verständlicherweise vor allem, ihre Angehörigen so schnell wie möglich wieder bei sich zu haben. Die Realität ist jedoch oft komplexer, selbst innerhalb Europas“, erklärt Ilse Lazou, Leiterin des Rückführungszentrums von DELA.

Über das Rückführungszentrum am Flughafen Brüssel-Zaventem begleitete DELA im vergangenen Jahr mehr als 20 Prozent der Rückführungen aus Spanien. Frankreich folgte mit rund 15 Prozent, Italien mit vier Prozent. Dass Spanien seit Jahren an der Spitze steht, überrascht laut DELA nicht: Das Land sei sowohl bei Urlaubern als auch bei Überwinterern und Zweitwohnungsbesitzern besonders beliebt. Zudem hätten tödliche Skiunfälle in beliebten Wintersportgebieten in Frankreich, Italien und Österreich zu Beginn des Jahres eine Rolle gespielt.

Ältere Menschen am häufigsten betroffen

Insgesamt begleitete DELA im vergangenen Jahr rund tausend Rückführungen. Neben der Überführung verstorbener Belgier kümmert sich das Zentrum auch um die Rückführung von Personen anderer Nationalitäten in ihre Herkunftsländer. Mehr als 400 solcher Fälle wurden 2025 registriert. Dabei handelt es sich häufig um Menschen marokkanischer oder tunesischer Herkunft, die in Belgien leben und aus religiösen Gründen in ihrem Heimatland beigesetzt werden möchten. Auch Touristen oder Personen, die sich nur vorübergehend in Belgien aufhalten, sind darunter.

Nach Angaben von DELA handelt es sich bei den meisten Rückführungen belgischer Staatsbürger um natürliche Todesfälle, oft im Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen wie Herzinsuffizienz. Schätzungsweise 75 Prozent der Rückführungen in den Wintermonaten betreffen Menschen über 65 Jahre. Daneben komme es jedoch auch zu tödlichen Verkehrsunfällen oder Sportunfällen. In den vergangenen Jahren sei zudem ein Anstieg von Suiziden unter jüngeren Menschen festzustellen.

Forderung nach besserer Abstimmung in Europa

Ein Todesfall im Ausland stellt Angehörige nicht nur emotional vor große Herausforderungen, sondern bringt auch zahlreiche administrative Schritte mit sich. Der Wunsch nach einer schnellen Rückführung stoße häufig auf rechtliche und praktische Hürden. Die Dauer des Verfahrens variiere je nach Land erheblich und hänge von lokalen Vorschriften, administrativen Abläufen und der Todesursache ab.

So könne es beispielsweise ein bis zwei Wochen dauern, bis eine Rückführung aus Spanien möglich sei. In Deutschland, Österreich oder der Schweiz nähmen die Verfahren teilweise noch mehr Zeit in Anspruch, da häufig Originaldokumente wie Geburts- oder Heiratsurkunden verlangt würden, die per Post übermittelt werden müssten.

DELA spricht sich deshalb für eine stärkere Harmonisierung der Verfahren auf europäischer Ebene aus. Belgien habe seit der Corona-Pandemie Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht, wodurch Rückführungen hierzulande schneller organisiert werden könnten. In vielen europäischen Ländern bestehe jedoch weiterhin Nachholbedarf. Eine bessere Zusammenarbeit könne dazu beitragen, lange Wartezeiten zu vermeiden und die emotionale Belastung für Angehörige zu verringern.

Fünf Ratschläge im Todesfall im Ausland

Auch wenn solche Fälle selten sind, empfiehlt DELA Reisenden, einige grundlegende Punkte zu beachten. Wichtige Dokumente sollten stets griffbereit sein, sowohl physisch als auch digital. Verträge oder Dokumente sollten im Ausland nicht ohne vorherige Rücksprache mit einer Assistance-Organisation unterschrieben werden. Im Todesfall sollte dieser möglichst schnell – spätestens innerhalb von 48 Stunden – bei Versicherung oder Krankenkasse gemeldet werden, damit die weiteren Schritte koordiniert werden können.

Zudem sollten Ausweisdokumente beim Verstorbenen verbleiben, da sie für die Rückführung erforderlich sind. Schließlich empfiehlt DELA insbesondere bei Reisen außerhalb Europas eine ausreichende Reiseversicherung. Die Kosten für eine Rückführung können schnell rund 6.000 Euro erreichen und bei interkontinentalen Transporten deutlich darüber liegen. (red/rt)

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