Vor zwei Jahren gewann RUSG den Croky Cup dank eines 1:0-Sieges gegen den FC Antwerp. Charleroi hingegen verpasste seine dritte Finalteilnahme. 1978 und 1993 schafften die „Carolos“ den Sprung ins Endspiel – beide Male ohne Happy End.
Das Duell um den Finaleinzug hatte auch eine ostbelgische Note: Mario Kohnen, der aus Eupen stammende Assistenztrainer („T2“) von Sporting Charleroi, stand bei den Gästen an der Seitenlinie und leitete unter anderem das Aufwärmprogramm.
Beim Blick auf die Aufstellung von Union fiel primär ein Name auf: Mohammed Fuseini. Der pfeilschnelle Angreifer, der in den vergangenen Monaten von einer hartnäckigen Verletzung geplagt war, durfte am Mittwochabend zum ersten Mal seit Mai 2025 wieder in der Startelf der Brüsseler stehen. Gemeinsam mit El Hadj sollte er Sturmtank Promise David in Szene setzen. Und eben jener Promise David ließ das Stade Joseph Marien nach gerade einmal zwölf Sekunden explodieren: Nach einem weiten Abschlag von Schlussmann Chambaere war der bullige Kanadier zur Stelle und hämmerte das Leder zum 1:0 ein. Lange hielt die Führung der Unionisten allerdings nicht – zwei Minuten später konnte Charlerois Scheidler ungedeckt zum 1:1 einschieben (3.). Im Nachgang flaute das Spektakel im Parc Duden ab. Die größte Chance auf die Führung hatte Burgess, der nach einer Ecke den Ball an die Latte hämmerte (24.). So ging es nach 45. Minuten mit dem Remis in die Kabine.

Kurz nach Wiederanpfiff war die Zeit von Fuseini gekommen: Nach Vorarbeit von Promise David schob der 23-jährige Ghanaer den Ball zum 2:1 für die Hausherren ein (51.) – Keeper Delavallée war beim Schuss machtlos. Union hatte mit der Führung im Rücken das Spiel im Griff und drückte auf das 3:1. Aber weder Promise David (64.) noch Guilherme (67.) konnten den Deckel zu diesem Zeitpunkt draufmachen. In der 71. Minute war für Charlerois Titraoui der Pokalfight vorzeitig beendet: Nach einem Foul an El Hadj wurde der 22-jährige Algerier vom Referee mit der Ampelkarte des Platzes verwiesen.
In Überzahl hatte Union leichtes Spiel und belohnte sich schließlich durch Sykes mit dem 3:1 (83.). In der Nachspielzeit markierte der eingewechselte Florucz das 4:1 und sicherte seinem Team damit das Ticket für das Endspiel. Mit wem sich RUSG am 14. Mai im König-Baudouin-Stadion um den Croky Cup streiten muss, entscheidet sich am Donnerstagabend (20.30 Uhr). Dann steigt im Bosuilstadion das Rückspiel des zweiten Halbfinals zwischen dem Royal Antwerp FC und dem RSC Anderlecht. Die Chancen auf ein Brüsseler Derby im Endspiel sind allerdings gering, denn die „Veilchen“ verloren das Hinspiel zu Hause mit 1:0.

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren