Ministerpräsidentin Degryse verurteilt Bouchez’ Kritik an Universitäten scharf

<p>Elisabeth Degryse</p>
Elisabeth Degryse | Foto: Photo News

„Ich verurteile mit Nachdruck Äußerungen, die die Integrität und wissenschaftliche Strenge unserer Universitäten infrage stellen“, erklärte Degryse am Montag im zuständigen Parlamentsausschuss. Mehrere Oppositionsabgeordnete hatten sie zu den Aussagen ihres Koalitionspartners befragt. Besonders problematisch sei, dass solche Aussagen von einem politischen Verantwortlichen stammten, so die Ministerpräsidentin weiter. Sie sprach von „herabwürdigenden und überzogenen Bemerkungen“.

Hintergrund ist eine Rede, die Bouchez am 13. Januar vor Parteimitgliedern in Walhain (Provinz Wallonisch-Brabant) hielt. Dort hatte der Vorsitzende der MR Forscher und Hochschulvertreter als „selbsternannte Intellektuelle“ bezeichnet. In diesem Zusammenhang griff er auch die Freie Universität Brüssel (ULB) an. Diese bilde gemeinsam mit der PS und dem öffentlich-rechtlichen Sender RTBF ein ideologisches „Bermuda-Dreieck“, so Bouchez. „Wenn man sich darin befindet, ist man tot“, sagte er wörtlich.

Die Aussagen sorgten für deutliche Empörung in der frankophonen Hochschullandschaft. Auch ULB-Rektorin Annemie Schaus reagierte kritisch. Vertreter der Universitäten sehen in den Äußerungen einen gefährlichen Angriff auf die akademische Freiheit, ihre Rolle in der demokratischen Debatte und die freie Meinungsbildung. (belga/calü)

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