Der Auftakt verlief zunächst ordentlich. Florent Claude, der nach mehreren Wochen Zwangspause wegen einer Lebensmittelvergiftung wieder in den Wettkampfbetrieb zurückgekehrt war, eröffnete das Rennen solide. Im Liegendschießen blieb er fehlerfrei, stehend benötigte er zwei Nachlader, hielt den Rückstand jedoch in Grenzen. Nach seiner Ablösung lag Belgien auf Rang 14, rund 40 Sekunden hinter der Spitze – eine Ausgangsposition, die im engen Feld noch alle Optionen offenließ.
Doch gleich zu Beginn der zweiten Ablösung nahm das Rennen für die „Luchse“ eine ungünstige Wendung. Beim Wechsel auf Thierry Langer kam es zu einem Missgeschick: Der Ostbelgier stürzte kurz nach dem Abklatschen und verlor wertvolle Sekunden. „Das war heute nicht das, was wir uns erhofft haben“, erklärte Thierry Langer nach dem Rennen gegenüber dem GrenzEcho. Durch die missglückte Übergabe geriet Langer sprichwörtlich aus dem Tritt. Keine gute Voraussetzung in einem Wettkampf, der von Rhythmus und Präzision lebt.
Am Schießstand bestätigte sich das dann auch. Sowohl liegend als auch stehend benötigte der sonst sehr treffsichere Schütze jeweils drei Nachlader (3+3). Zwar konnte er eine Strafrunde vermeiden, doch die Zeitverluste summierten sich deutlich. „Gerade am Schießstand, was eigentlich unsere Stärke ist, hat es für mich nicht so richtig geklappt“, sagte Thierry Langer selbstkritisch. Nach seinem Stehendschießen war Belgien bereits auf Rang 17 zurückgefallen, der Rückstand auf die Spitze betrug mehr als zweieinhalb Minuten.
Entsprechend schwierig wurde die Ausgangslage für die beiden Schlussläuferinnen. Lotte Lie, die in der Nacht vor dem Rennen gesundheitlich angeschlagen gewesen war, präsentierte sich am Schießstand zwar in starker Verfassung und blieb bei beiden Serien fehlerfrei. Auf der Loipe jedoch fehlte ihr sichtbar die nötige Kraft, um mit der Konkurrenz mitzuhalten.
Der Abstand wuchs weiter an, Belgien rutschte zwischenzeitlich bis auf den letzten Platz zurück. Für Schlussläuferin Maya Cloetens ging es damit vor allem um Schadensbegrenzung. Die 24-Jährige zeigte bei ihrem olympischen Staffeldebüt beeindruckende Nervenstärke: Zehn Treffer bei zehn Schüssen, dazu ein engagierter Auftritt auf der Strecke, ermöglichten noch eine kleine Aufholjagd. Drei Positionen machte Cloetens gut, Belgien überquerte schließlich als 18. die Ziellinie – vor der Slowakei, Litauen und Kasachstan.
An der Spitze erfüllte Frankreich seine Favoritenrolle. Julia Simon brachte die Staffel souverän zum Olympiasieg, Italien folgte mit Silber, Deutschland sicherte sich Bronze. Für Belgien hingegen blieb das Gefühl, eine Chance verpasst zu haben. „Allgemein haben wir uns mehr erhofft. Das ist allerdings Biathlon – das kann am nächsten Tag wieder ganz anders sein“, ordnete Langer ein.
Der Blick richtet sich nun nach vorne. Bereits am Dienstag steht der Einzelwettkampf an – eine Disziplin, in der die Belgier in der Vergangenheit auch starke Leistungen zeigten. „Dann sind die Einzel, wo es wieder sehr aufs Schießen ankommt und wo wir auch im Weltcup unsere besten Erfolge gezeigt haben“, blickt der Elsenborner voraus. Trotz der Enttäuschung über den Staffeltag bleibt er zuversichtlich: „Wir stehen erst am Anfang der Olympischen Spiele. Es gibt noch viele Chancen, und die gilt es jetzt zu ergreifen.“
Die Analyse fällt dabei nüchtern aus. Kleine Fehler hatten große Auswirkungen, insbesondere in einem Rennen, das von Beginn an extrem eng war. „Heute haben wir unsere Chance nicht nutzen können. Das muss ich persönlich, aber auch die ganze Mannschaft jetzt abstreifen und uns auf die folgenden Wettkämpfe konzentrieren“, so Thierry Langer. Die Mixed-Staffel von Anterselva bleibt damit ein Dämpfer – aber auch ein Zwischenstand auf dem Weg der belgischen Biathlon-Athleten durch diese Spiele.
FÜR BELGIEN AM START

Zweifacher Olympiateilnehmer mit einem besten Ergebnis von Platz 20 in der 4x7,5-km-Staffel der Männer 2022 in Peking. Elf WM-Teilnahmen mit einem besten Resultat von Rang 8 in der 4x6-km-Mixed-Staffel2024. Bestes Weltcup-Ergebnis: Platz 9. Wurde jeweils 36. im 20-km-Einzelrennen der Männer bei den EM 2017. und im 10-km-Sprint der Männer bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2012.

Zweifache Olympiateilnehmerin mit einem besten Ergebnis von Platz 45 im 15-km-Einzelrennen der Frauen bei den Spielen 2022 in Peking. Fünf Teilnahmen an Weltmeisterschaften mit einem besten Resultat von Rang 8 in der 4x6-km-Mixed-Staffel im Jahr 2024.
Bestes Weltcup-Ergebnis: Platz 7. Außerdem wurde sie 52. im 15-km-Einzelrennen der Frauen bei den Europameisterschaften 2018.

Dreifacher Olympiateilnehmer mit einem besten Ergebnis von Platz 20 in der 4x7,5-km-Staffel der Männer bei den Spielen 2022 in Peking. Sechsmalige Teilnahme an Weltmeisterschaften mit einem besten Resultat von Rang 8 in der 4x6-km-Mixed-Staffel im Jahr 2024.
Bestes Weltcup-Ergebnis: Platz 9. Wurde Sechster in der 4x7,5-km-Staffel der Männer bei den Europameisterschaften 2015.

Erste Teilnahme an Olympischen Spielen. Drei Teilnahmen an Weltmeisterschaften mit einem besten Resultat von Rang 8 im 7,5-km-Sprint der Frauen im Jahr 2025.
Bestes Weltcup-Ergebnis: Platz 6. Wurde 14. in der Mixed-Single-Staffel bei den Europameisterschaften 2023. Wurde Vierte im 7,5-km-Sprint der Frauen bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2024.



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