„Die Konsumenten sind das graue Wetter und die negativen Schlagzeilen leid“, erklärt Isolde Delanghe, Direktorin der Mode Unie. Tatsächlich verlief die Rabattperiode von Beginn an holprig: Zu Beginn hielten Schnee und winterliche Straßen viele Kunden vom Einkaufen ab, später sorgten ungewöhnlich milde Temperaturen dafür, dass Winterkleidung kaum gefragt war. „Die Kunden kaufen heute sehr bewusst. Wenn das Wetter zu warm ist, verzichten sie schlicht auf Winterartikel“, so Delanghe.
Hinzu kommt die angespannte geopolitische Lage, die viele Verbraucher verunsichert. In unsicheren Zeiten sitzt das Geld weniger locker – selbst bei Sonderangeboten. Lediglich 17 Prozent der Händler konnten während der diesjährigen Wintersolden bessere Umsätze erzielen als im Vorjahr.
Um auf die schwierigen Rahmenbedingungen zu reagieren, passen viele Geschäfte ihre Strategie an. Bereits für die aktuelle Wintersaison bestellten die Händler im Durchschnitt 12,5 Prozent weniger Ware. Auch für den kommenden Winter wird vorsichtiger disponiert. Gleichzeitig setzen viele Geschäfte stärker auf Online-Sichtbarkeit, ein attraktives Einkaufserlebnis und eine engere Kundenbindung.
Doch die Herausforderungen beschränken sich nicht auf die Rabattperiode. „Der gesamte Einzelhandel steht unter Druck“, betont Delanghe. Internationale Online-Plattformen überschwemmten den Markt mit Billigprodukten zweifelhafter Qualität und umgingen dabei häufig geltende Vorschriften zu Marktpraktiken und Sicherheit. Die Mode Unie begrüßt daher ausdrücklich die Einführung der Paketsteuer aus Nicht-EU-Ländern und fordert von den belgischen Behörden weitere Maßnahmen für fairere Wettbewerbsbedingungen.
Trotz der insgesamt ernüchternden Bilanz bleibt ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die Mode Unie rechnet damit, dass der letzte Tag des WSV am Samstag die Zahlen zumindest teilweise noch verbessern könnte. (belga/calü)

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