[Video] Streik bei der Bahn verschärft sich – Fahrplan am Mittwoch weiter ausgedünnt

<p>Symbolischer Protest bei der Kundgebung in Brüssel: Ein Demonstrant in Verkleidung macht auf die aus Sicht der Gewerkschaften drohenden Einschnitte bei Bahn und öffentlichen Diensten aufmerksam.</p>
Symbolischer Protest bei der Kundgebung in Brüssel: Ein Demonstrant in Verkleidung macht auf die aus Sicht der Gewerkschaften drohenden Einschnitte bei Bahn und öffentlichen Diensten aufmerksam. | Foto: belga

Nach Angaben der Bahngesellschaft SNCB und des Schienennetzbetreibers Infrabel werden an diesem Tag nur noch zwei von drei IC-Zügen verkehren. Bei den L- und S-Zügen im Regional- und Vorortverkehr soll lediglich jeder zweite Zug fahren, während bei den P-Zügen, die sich an Pendler richten, zu den Stoßzeiten nur sehr wenige Verbindungen vorgesehen sind.

Damit fällt das Angebot deutlich geringer aus als zu Wochenbeginn. Am Montag verkehrten jeweils noch drei von vier IC-Zügen. Das soll auch am Dienstag der Fall sein.

Die Eisenbahngewerkschaften haben am Sonntagabend einen fünftägigen Streik begonnen, der sich über die gesamte Arbeitswoche erstreckt. Infolgedessen wird während der gesamten Woche mit einem reduzierten Zugangebot gerechnet. Die SNCB und Infrabel haben dafür Ersatzfahrpläne aufgestellt, die sich nach der Zahl der Beschäftigten richten, die ihre Arbeitsbereitschaft gemeldet haben.

Demo in Brüssel: FGTB mobilisiert am Mont des Arts

Am Montag begleiteten die Bahngewerkschaften den Streik mit einer Solidaritätsaktion in Brüssel. Rund 1.000 Demonstrierende versammelten sich gegen 10 Uhr am Mont des Arts und „schalteten symbolisch die roten Lichter ein“, um die Eisenbahner zu unterstützen und gegen die von der Föderalregierung geplanten Sparmaßnahmen zu protestieren.

In einer von Bengalfeuern und Trommelrhythmen geprägten Atmosphäre prangerte die FGTB die vorgesehenen Einsparungen in Höhe von 675 Millionen Euro im Bahnsektor sowie die vom föderalen Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés) vorangetriebene Bahnreform an. Kern des Konflikts ist ein Gesetz von 1926, das Crucke anpassen lassen will. Sein Gesetzesentwurf sieht vor, dass ab dem 1. Juni bei der SNCB und dem Schienennetzbetreiber Infrabel neue Mitarbeiter grundsätzlich nur noch mit Arbeitsverträgen und nicht mehr als Beamte eingestellt werden sollen.

<p>Gewerkschaftsprotest am Mont des Arts in Brüssel gegen die Bahnreform und Sparpläne</p>
Gewerkschaftsprotest am Mont des Arts in Brüssel gegen die Bahnreform und Sparpläne | Foto: belga

Unter grauem Himmel entrollten die Demonstrierenden ein Banner mit der Aufschrift „Arizona entgleist“ und bildeten gegen 11 Uhr eine Menschenkette, die mit einem roten Faden verbunden war – als Symbol der Solidarität mit den Beschäftigten der Bahn. Für die FGTB geht es dabei nicht nur um den Schienenverkehr, sondern um die Zukunft der öffentlichen Dienste insgesamt. „Wenn man beim Bahnverkehr, im Bildungswesen oder im Gesundheitsbereich kürzt, verarmt die gesamte Gesellschaft“, sagte die FGTB-Generalsekretärin Selena Carbonero Fernandez.

Die Gewerkschaft wendet sich sowohl gegen die geplante Rentenreform, die Status und Pensionen der Eisenbahner betreffen wird, als auch gegen die Reform der Eisenbahnstrukturen. Pierre Lejeune, Präsident der CGSP Cheminots, sprach von einem strukturellen Abbau. So sollen Tätigkeiten von HR Rail auf die beiden Unternehmen SNCB und Infrabel übertragen werden, was aus seiner Sicht die Einheit des Statuts und den sozialen Dialog schwächen würde. (belga/calü)

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