I-Police kostet Steuerzahler weit mehr als 75 Millionen Euro

<p>Das gescheiterte Digitalisierungsprojekt I-Police dürfte den belgischen Staat mehrere hundert Millionen Euro kosten.</p>
Das gescheiterte Digitalisierungsprojekt I-Police dürfte den belgischen Staat mehrere hundert Millionen Euro kosten. | Foto: belga

Das französische IT-Unternehmen Sopra Steria, das mit der umfassenden Digitalisierung und Zentralisierung sämtlicher Polizeidaten auf einer einzigen Plattform beauftragt war, erhielt für I-Police bislang 75,8 Millionen Euro. Diese Summe stammt aus dem Gesamtbudget von 299 Millionen Euro, das die Regierung bis 2027 vorgesehen hatte. Innenminister Bernard Quintin (MR)hatte den Betrag Ende Dezember genannt, als er die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen beendete. Die Ausgaben betreffen Rechnungen aus den Jahren 2021 bis 2025 für Beratungsleistungen sowie Softwarelizenzen.

Auf Grundlage zahlreicher interner Dokumente und Gespräche mit hochrangigen Quellen aus Polizei und Politik haben die Journalisten von De Tijd versucht, die tatsächlichen Kosten des Projekts zu rekonstruieren. Demnach wurde I-Police seit seiner Konzeption im Jahr 2016 intensiv vorbereitet und mit potenziellen privaten Partnern verhandelt. Dabei waren zahlreiche externe IT-Berater eingebunden.

Konkrete Zahlen liegen für diese Phase zwar nicht vor, doch angesichts eines finalen Lastenhefts von rund 2.000 Seiten schätzen polizeinahe Quellen die Kosten für die Jahre 2016 bis 2020 auf 100 bis 200 Millionen Euro.

Hinzu kommen weitere Ausgaben, unter anderem für den Betrieb und die Wartung der bisherigen IT-Systeme sowie für zusätzliche Softwarelizenzen, die zwar bereits bei Sopra Steria bestellt, bislang jedoch noch nicht bezahlt wurden. (belga/rt)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment